Krimml
Unfall im Gebirge

Bergsteiger-Unglück in Österreich: Die sechs Opfer stammen aus Bayern

Neue Details zum Unglück in den österreichischen Alpen: Die fünf Toten und der Schwerverletzte kommen aus Oberbayern.
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In Österreich ist es zu einem Unglück in den Alpen gekommen: Sechs Bergsteiger rutschten vom Gletscher und fielen 200 Meter in die Tiefe. Foto: Zoom.Tirol/APA/dpa
In Österreich ist es zu einem Unglück in den Alpen gekommen: Sechs Bergsteiger rutschten vom Gletscher und fielen 200 Meter in die Tiefe. Foto: Zoom.Tirol/APA/dpa
Nach dem tödlichen Unglück einer Seilschaft aus Bayern im Salzburger Land gibt es neue Erkenntnisse bezüglich der Opfer:

Alle Opfer des schweren Alpinunglücks nahe Krimml stammen aus der Nähe des oberbayerischen Wallfahrtsortes Altötting. Allein drei Tote im Alter zwischen 34 und 70 Jahren wohnten in Burgkirchen an der Alz, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim am Montag mitteilte. Ein Toter (65) stammte aus Garching an der Alz, ein weiterer (56) aus Emmerting. Der einzige Überlebende (75) des Unglücks kommt aus Kastl. Mit einer Ausnahme gehörten alle Opfer der Sektion Burgkirchen des Deutschen Alpenvereins (DAV) an.

Einer der Bergsteiger kam am Sonntagvormittag laut Polizei in 3263 Metern Höhe auf dem Gletscher des "hohen Gablers" ins Rutschen und riss die anderen mit. Die Gruppe stürzte rund 200 Meter in eine Spalte zwischen Gletscher und Fels.


Sechsköpfige Seilschaft verunglückt

Insgesamt starben fünf Personen. Lediglich ein Mann überlebte schwer verletzt. Er wurde von einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Salzburg geflogen.

Martin Reichholf von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See bestätigte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir gehen davon aus, dass alle Bergsteiger Deutsche sind." Die Gruppe dürfte 200 Meter abgestürzt sein. Einer der Bergsteiger kam auf blankem Eis an einem Gletscher ins Rutschen und riss die anderen mit.

Die Seilschaft war nach DAV-Angaben am Morgen von der Zittauerhütte aufgebrochen und wollte den 3263 Meter hohen Gabler besteigen. Auf dem Gletscher Wildgerloskees habe die Gruppe umdrehen wollen.


Deutscher Alpenverein zeigt sich betroffen

Eine Gruppe von Bergsteigern, die etwa 30 bis 50 Meter hinter der verunglückten Seilschaft ging, beobachtete den Unfall demnach. Der Letzte in der Seilschaft wollte offenbar umkehren, weil ihm der Aufstieg zu riskant wurde. Die Gruppe soll zugestimmt haben und wollte umdrehen. Dabei soll der Zweite am Seil ausgerutscht sein.

"Die letzten Zwei versuchten den Sturz noch mit Pickeln zu halten, jedoch vergeblich", schilderte Franz Gensbichler, Einsatzleiter der Bergrettung Krimml laut österreichischer Nachrichtenagentur APA.

Der DAV zeigte sich tief betroffen. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der Verstorbenen", teilte der Alpenverein mit. Er sprach von einem typischen sogenannten Mitreißunfall. "Bergsteiger müssen auf dem Gletscher situativ entscheiden, ob sie die Möglichkeit eines Spaltensturzes höher werten als die Wahrscheinlichkeit eines Mitreißunfalls", erläuterte DAV-Sprecherin Andrea Händel. Aufgrund dieser Einschätzung entscheide sich, ob man sich anseilt oder nicht. Die verunglückte Gruppe hatte sich für das Anseilen entschieden.

Das Kriseninterventionsteam des DAV ist nach Angaben der Sprecherin in engem Kontakt mit den Angehörigen der Opfer. Ein Abschiednehmen von den Toten werde organisiert. Auch eine von der Sektion Burgkirchen organisierte Trauerfeier werde erwogen.