Sie rannten am Montagmorgen laut schreiend auf Putin zu, als er zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Rundgang über die Messe unternahm. Die Frauen wurden aber von Bodyguards gestoppt, bevor sie den Präsidenten erreicht hatten. Auf ihre Brüste hatten die Protestiererinnen geschrieben "fuck dictator".
Auf dem Rücken der Femen-Demonstrantinnen prangten russische Worte, die wörtlich übersetzt "Geh zum Schwanz, Putin!" heißen, was in der russischen Vulgärsprache so viel heißt wie "Geh weg, Putin!"

Putin und Merkel hatten gerade den Stand von Volkswagen verlassen, als sich die Attacke ereignete. Sie wollten den Messe-Rundgang aber fortsetzen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat gelassen auf Proteste gegen seine Politik auf der Hannover Messe reagiert. Eine Aktion von mehreren barbusigen Frauen, die "fuck dictator" auf ihre Brüste geschrieben hatten und bei einem Messerundgang schreiend auf ihn zugestürmt waren, habe ihm gefallen, sagte Putin am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Ohne eine solche Aktion würde man weniger über eine solche Messe sprechen als mit einer solchen Aktion", erklärte er. "Ich sehe darin nichts Schreckliches."

Die Frauen waren von Leibwächtern gestoppt worden, bevor sie Putin erreichten. Merkel verwies zwar auf die Demonstrationsfreiheit, kritisierte aber die Protestform. "Ob man in Deutschland zu einer solchen Notmaßnahme greifen muss und nicht anderweitig auch seine Meinung sagen kann, da habe ich meine Zweifel", sagte sie. "Es gibt auch hier rechtliche Bestimmungen. Das wird jetzt überprüft werden."
red/dpa