Mannheim
Fassungslosigkeit

Fridays for Future: Schulschwänzer-Eltern bekommen Bußgeldbescheid

Weil ihre Kinder unentschuldigt dem Unterricht ferngeblieben sind, haben Eltern aus Mannheim einen Bußgeldbescheid bekommen. Sie zeigen sich fassungslos und berufen sich auf die Namensgeber der Schule: die Geschwister Scholl.
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Eltern von Schülern, die an einer "Fridays for Future"-Demonstration teilgenommen haben, sollen nun ein Bußgeld bezahlen. Foto: Christophe Gateau/dpa
Eltern von Schülern, die an einer "Fridays for Future"-Demonstration teilgenommen haben, sollen nun ein Bußgeld bezahlen. Foto: Christophe Gateau/dpa

Nachdem ihre Kinder während der offiziellen Unterrichtszeit an einer "Fridays for Future"-Demonstration teilgenommen haben, erhalten vier Familien in Mannheim Bußgeldbescheide. Das berichtet der Mannheimer Morgen.

Wegen des Schulschwänzens ihrer Kinder sollen die Eltern jeweils eine Strafe von 88,50 Euro bezahlen. Dies bestätigte auch das zuständige Regierungspräsidium in Karlsruhe der Zeitung. Den Schülern wird konkret vorgeworfen, jeweils an zwei Schulstunden ohne Entschuldigung gefehlt zu haben.

Eltern schreiben wütenden Brief

Die Eltern zeigen sich empört. In einem Brief verweisen sie auf die Namensgeber des Gymnasiums: "Wie kann eine Schule, die sich nach Sophie und Hans Scholl benennt, so mit Kindern umgehen, die sich politisch interessieren und engagieren?", schreiben sie an die Zeitung.

Die Geschwister Scholl gehörten während des Zweiten Weltkriegs als Mitglieder der "Weißen Rose" einer Widerstandsgruppe an, die mit Flugblattaktionen gegen die faschistische Diktatur und den Krieg anging. Für ihren Einsatz mussten die Geschwister mit ihrem Leben bezahlen. Am 18. Februar 1943 waren sie beim Auslegen von Flugblättern an der Münchner Universität ertappt und denunziert worden. Vier Tage später wurden sie zum Tod verurteilt und noch am selben Tag enthauptet.