Paris

Frankreichs Umweltministerin fordert Nutella-Boykott

Frankreichs Umweltministerin, Ségolène Royal, sorgte in ihrem Land mit einer außergewöhnlichen Forderung für Aufsehen: Sie möchte, dass alle den beliebten Brotaufstrich Nutella der Marke Ferrero boykottieren.
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Symbolfoto: Jörn Perske/ dpa
Symbolfoto: Jörn Perske/ dpa
"Man muss aufhören, Nutella zu essen!" - forderte die französische Umweltministerin Ségolène Royal am Montagabend im Fernsehsender Canal Plus und appellierte damit an alle Franzosen, das Produkt der Marke Ferrero zu boykottieren. Der Hintergrund ihrer Forderung ist, dass der Brotaufstrich Palmöl enthalte, für dessen Gewinnung Wälder großflächig gerodet werden müssten. "Das richtet beträchtliche Schäden an", so die ehemalige Lebensgefährtin des französischen Präsidenten François Hollandes. Die 61-Jährige rief zudem den Hersteller Ferrero dazu auf, andere Rohstoffe bei der Produktion zu verwenden.
 
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Bislang äußerte sich Ferrero nicht direkt zu den Vorwürfen der Umweltministerin, betonte aber, die Umweltbelange sehr ernst zu nehmen. Ergänzend fügte der Konzern laut Medienberichten hinzu: "Der Anbau der Ölpalme kann mit dem Respekt von Umwelt und Bevölkerung einhergehen."

Die Ölpalme stammt ursprünglich aus Westfrika, wird mittlerweile aber auch in Asien und Südamerika angebaut. Palmöl, das viele gesättigte Fettsäuren enthält, wird aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte gewonnen und befindet sich in zahlreichen Lebensmitteln, Kosmetika, Reinigungs- oder Waschmitteln und in Bio-Diesel als wichtiger Grundstoff. Laut Stiftung Warentest importiert Deutschland rund 1,5 Millionen Tonnen Palmöl jährlich. Die Industrie liebt den billigen und leicht zu verarbeitenden Rohstoff, doch für die Monokultur der Palme werden auch laufend riesige Regenwaldfelder gerodet und seltene Tiere wie Orang-Utans, Tiger und Nashörner in ihrem Bestand gefährdet. kbj