Bonn
Portoerhöhung

Fast 30 Prozent teurer? Briefporto könnte stärker steigen als erwartet

Kunden der Deutschen Post müssen 2019 mit einer Erhöhung des Briefportos rechnen. Jetzt ist klar: Der Preisanstieg kommt später als vorgesehen - könnte dafür aber umso höher ausfallen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Branchenkreisen zufolge könnte das Porto für einen Standardbrief von aktuell 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. Das entspräche einen Verteuerung um fast 30 Prozent. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa
Branchenkreisen zufolge könnte das Porto für einen Standardbrief von aktuell 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. Das entspräche einen Verteuerung um fast 30 Prozent. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Das Briefporto erhöht sich in diesem Jahr aller Voraussicht nach stärker als bisher erwartet. Auf Basis einer Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums soll es der Deutschen Post ermöglicht werden, das Porto deutlich anzuheben, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montag) berichtete.

Kostet das Briefporto bald 90 Cent?

Branchenkreisen zufolge könnte das Porto für einen Standardbrief von aktuell 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. Das wurde einer Verteuerung um fast 30 Prozent entsprechen. Der genaue Wert ist noch unklar - es geht nun um einen größeren Preisspielraum für alle regulierten Postprodukte zusammen, also auch für Postkarte oder Auslandsbrief. Wie hoch genau das Porto für einen Standardbrief sein soll, legt die Post später selbst fest.

 

Positiv für den Verbraucher: Das Porto steigt später als bisher geplant. Statt zum Aprildürfte der Preissprung erst im Sommer erfolgen.

Wegen der Digitalisierung sinkt die Briefmenge seit Jahren - um profitabel wirtschaften zu können, pocht das ehemalige Staatsunternehmen angesichts ihrer mehr oder minder konstanten Kosten auf eine satte Erhöhung. Laut "FAZ" gesteht das Wirtschaftsministerium der Post nun eine höhere Umsatzrendite zu. Ein Sprecher der Post begrüßte das Vorhaben der Regierung.

Mitte Januar bekam der Bonner Konzern zunächst einen Dämpfer von der Bundesnetzagentur - die Regulierungsbehörde gewährte der Post nur einen eher geringen Erhöhungsspielraum von 4,8 Prozent für alle regulierten Produkte zusammen. Damit hätte der Standardbrief wohl maximal auf 80 Cent steigen können und die anderen Briefsorten hätten etwa gleich teuer bleiben müssen.

Wirtschaftsministerium ermöglicht größeren Spielraum bei den Preisen

Der Post war das zu wenig. Nun bekommt sie Rückenwind aus dem Bundeswirtschaftsministerium, das die Postentgeltverordnung ändern und einen größeren Preisspielraum ermöglichen will. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur sagte: "Wir sind informiert über die Pläne, die Verordnung anzupassen." Details nennen wollte er nicht. Die Netzagentur ist dem Ministerium unterstellt.

Lesen Sie auch: Paketversender drehen an Preisschraube

 

Verwandte Artikel