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Fast 130.000 Unterschriften bei Online-Petition gegen Markus Lanz

Markus Lanz hat es nicht leicht. Mit ihm als Frontfigur sanken die Quoten des Showklassikers "Wetten, dass..?". Jetzt weht ihm noch eine kräftige Brise wegen seiner Talkshow mitten ins Gesicht.
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Moderator Markus Lanz kommt am 14.12.2013 in Augsburg (Bayern) vor Beginn der ZDF-Show "Wetten, dass..?" auf die Bühne. Lanz hat es nicht leicht. Mit ihm als Frontfigur sanken die Quoten des Showklassikers «Wetten, dass..?». Jetzt weht ihm noch eine kräftige Brise wegen seiner Talkshow mitten ins Gesicht. Foto: Sven Hoppe/dpa
Moderator Markus Lanz kommt am 14.12.2013 in Augsburg (Bayern) vor Beginn der ZDF-Show "Wetten, dass..?" auf die Bühne. Lanz hat es nicht leicht. Mit ihm als Frontfigur sanken die Quoten des Showklassikers «Wetten, dass..?». Jetzt weht ihm noch eine kräftige Brise wegen seiner Talkshow mitten ins Gesicht. Foto: Sven Hoppe/dpa
Markus Lanz hatte vielleicht gehofft, dass die Weihnachtspause die Wogen um ihn herum glätten könnte. Das Jahr 2013 hatte dem "Wetten, dass..?"-Moderator stark zugesetzt. Mit ihm als Nachfolger von Thomas Gottschalk hatte der ZDF-Showklassiker stark an Zuspruch verloren. Nicht einmal mehr als sieben Millionen Zuschauer wollten die letzten Ausgaben sehen - weniger als jetzt das tägliche Dschungelcamp auf RTL.

An diesem Samstag (20.15 Uhr) steht die Rückkehr mit "Wetten, dass..?" aus Karlsruhe an, und wieder ziehen dunkle Wolken am Fernsehhimmel auf. Die betreffen zwar nicht "Wetten, dass..?", dafür aber die Talkshow "Markus Lanz". Eine Online-Petition der Zuschauerin Maren Müller aus Leipzig macht sich seit vergangenen Freitag für die Absetzung stark. Knapp 130.000 Unterschriften lagen am Donnerstagnachmittag vor.

Was war geschehen? Am Donnerstag vergangener Woche hatte Lanz (44) die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zu Gast. Er nahm sie immer wieder in die Mangel und ließ sie nach Ansicht vieler Zuseher nicht recht zu Wort kommen. "Der im explizitem Falle miserable Stil im Umgang mit Sahra Wagenknecht spiegelt in drastischem Maße wider, dass politische Neutralität für Lanz ein Fremdwort ist", heißt es in der Petition.

Das ZDF stellte sich in einer ersten Reaktion hinter seinen Protagonisten. "Viele Zuschauer haben den Stil der Diskussion mit Frau Wagenknecht kritisiert", hieß es in einer Sendermitteilung. "Diese Kritik nehmen wir ernst und haben das auch intern diskutiert. Die Redaktion und der Moderator hatten im Nachgespräch mit Frau Wagenknecht nicht den Eindruck, dass sie mit der Sendung unzufrieden war. Kontroverse Diskussionen sind Bestandteil des erfolgreichen Formates."

Lanz will sich mit öffentlichen Äußerungen derzeit zurückhalten. Interviews gibt er nach Senderangaben nicht. Seine Management sagte auf Anfrage, er sei derzeit sehr beschäftigt mit den Vorbereitungen zur nächsten "Wetten, dass..?"-Ausgabe. Im Dezember hatte er Rücktrittgerüchte im Interview mit dem "Stern" zurückgewiesen: "Jetzt aufzuhören, wäre uncool. Schon um ein paar Leute aus der Meute zu ärgern, muss ich weitermachen."

Und schon im vergangenen Jahr hatte Lanz mit etlichen Widersachern im Netz zu kämpfen. Mit Blick auf das "Bashing" meinte er auch im "Stern"-Interview: "Wenn der Shitstorm kommt, müssen Sie in der Lage sein, gedanklich einfach mal die Spülung zu drücken. Wenn Sie das nicht tun, gehen Sie kaputt." Und was ist wichtig? "Dass ich für meinen Sohn und meine Frau ein Held bin, und wenn der Rest mich als Deppen sieht, ist es auch in Ordnung."

Am Samstag heißt es für Lanz: Volle Konzentration auf "Wetten, dass..?" - Hoffnung auf höhere Quoten, um das Nervenkostüm zu stärken. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Denn die RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" zeigt sich seit dem Start am 8. Januar immer stabiler und im Anschluss daran wird sich das starke Dschungelcamp "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" ab 22.15 Uhr mit dem Ende von "Wetten, dass..?" überschneiden.

Zu Gast sind bei Lanz unter anderem Schauspieler Liam Neeson, sein deutscher Kollege Hans Sigl ("Der Bergdoktor"), Komiker Atze Schröder, Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld sowie Fußballspieler Max Kruse (Borussia Mönchengladbach). Für die Musik sorgen Peter Maffay und James Blunt. dpa
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