Seit dem Verbot im Jahr 2000 sei rund die Hälfte der früher etwa 30 Thüringer B&H-Aktivisten vor allem in der Musikszene zu finden, teilte die Linke-Fraktion am Donnerstag unter Berufung auf Landtagsantworten des Innenministeriums mit. 16 Verdachtsfälle auf Fortführung einer verbotenen Vereinigung hätten sich aber nicht erhärten lassen. Außerdem listet die Antwort zahlreiche Fälle von öffentlich verwendeten B&H-Logos und entsprechenden Tätowierungen auf.
Das Bundesinnenministerium hatte im September 2000 die deutsche "Division" des international aktiven Netzwerks "Blood & Honour" mit deutschlandweit rund 200 Mitgliedern verboten. Von dem 1998 untergetauchten späteren NSU-Trio verfügte vor allem Uwe Mundlos über gute Kontakte zu zahlreichen sächsischen B&H-Mitgliedern. Ein sächsischer B&H-Aktivist, der auch der Berliner Polizei als Informant diente, beschaffte dem Trio nach bisherigen Erkenntnissen auch den 1998 in der Jenaer Bombenwerkstatt gefundenen Sprengstoff TNT. dpa