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Abstimmung

Zeitumstellungs-Umfrage bricht alle Rekorde: Millionen Menschen haben abgestimmt - was passiert jetzt?

Die EU-Umfrage zur Zeitumstellung endete in der Nacht von Donnerstag (16. August 2018) auf Freitag. Die Teilnehmerzahl bricht alle Rekorde, 4,6 Millionen EU-Bürger haben abgestimmt. Aber wie geht es jetzt weiter?
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In der EU-Umfrage zur Abschaffung der Zeitumstellung konnten die gut 500 Millionen Europäer seit 5. Juli 2018 im Internet der EU-Kommission ihre Meinung sagen. Zeitweise waren die Server massiv überlastet. Die Abstimmung endete am Donnerstag, 16. August. Wie geht es weiter? Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
In der EU-Umfrage zur Abschaffung der Zeitumstellung konnten die gut 500 Millionen Europäer seit 5. Juli 2018 im Internet der EU-Kommission ihre Meinung sagen. Zeitweise waren die Server massiv überlastet. Die Abstimmung endete am Donnerstag, 16. August. Wie geht es weiter? Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Die EU-Umfrage zur Zeitumstellung ist vorbei - und die Zahl der Teilnehmer sensationell: Seit 5. Juli konnten die EU-Bürger über die Abschaffung oder Beibehaltung der Zeitumstellung in einer Online-Umfrage abstimmen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag endete die Möglichkeit, seine Meinung zur Zeitumstellung abzugeben. Jetzt werden die Stimmen ausgewertet. Die Teilnehmerzahl der Umfrage bricht alle Rekorde. Bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses können noch Tage oder gar Wochen vergehen - und die EU wird ihre Entscheidung, die Zeitumstellung abzuschaffen oder beizubehalten, nicht allein auf die Ergebnisse der Umfrage stützen.

EU-Umfrage Zeitumstellung: Wie viele haben mitgemacht?

An der EU-Umfrage zur Abschaffung oder Beibehaltung der Zeitumstellung haben sich 4,6 Millionen EU-Bürger beteiligt. Das ist absoluter Rekord. Bislang lag die höchste Beteiligung an einer derartigen Umfrage bei insgesamt 550.000 - das war beim Thema Natur- und Tierschutz.

Am 5. Juli 2018 ging die Zeitumstellungs-Umfrage online, innerhalb von nur drei Tagen hatten sich schon 500.000 Menschen aus ganz Europa daran beteiligt. Zeitweise waren die EU-Server massiv überlastet oder fielen ganz aus. Nach der Hälfte des Abstimmungszeitraums hatten bereits mehr als eine Million Menschen den Online-Fragebogen ausgefüllt. Der Endspurt im Internet war beachtlich: Die Gesamt-Teilnehmerzahl sprengt mit 4,6 Millionen alle Erwartungen.

Zeitumstellungs-Umfrage vorbei: Wie geht es weiter?

Die Teilnehmer wurden in der EU-Umfrage beispielsweise gefragt, welche Erfahrungen sie mit dem Wechsel von Winter- auf Sommerzeit gemacht haben und ob sie für eine Abschaffung oder Beibehaltung der Zeitumstellung sind. Das Europaparlament hatte die Brüsseler Behörde im Februar beauftragt, Forderungen nach einer Abkehr von der Sommerzeit zu prüfen - schließlich sorgt die Zeitumstellung regelmäßig für teils heftige Diskussionen. Allerdings: Die jetzt zu Ende gegangene Umfrage trägt nur zur Bewertung bei, sie alleine ist nicht entscheidend. Sollte die EU-Kommission unter Berücksichtigung aller Faktoren zu dem Schluss kommen, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte, könnte sie einen Gesetzesvorschlag vorlegen, dem Europaparlament und EU-Staaten zustimmen müssten. Das alles kann sich also noch ziemlich lange hinziehen.

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980, seit 1996 dauert sie sogar sieben Monate im Jahr. Eigentlich soll das Tageslicht dadurch besser genutzt und so Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist jedoch höchst umstritten.

Ursprüngliche Meldung: Letzte Chance - jetzt noch in Zeitumstellungs-Umfrage abstimmen

Europäische Bürger können der EU-Kommission ihre Meinung zur Abschaffung der Zeitumstellung in einer Umfrage sagen - aber nicht mehr lange: Nur noch bis zum heutigen Donnerstag, 16. August 2018, ist ein Online-Fragebogen freigeschaltet, in dem die 500 Millionen EU-Bürger für oder gegen die Zeitumstellung abstimmen können. In der Umfrage können Sie zudem angeben, ob Sie im Fall einer Abschaffung Winter- oder Sommerzeit bevorzugen. Tipp: In der rechten Navigationsspalte der Online-Umfrage können Sie die Sprache auf Deutsch umstellen.

Nachteile der Zeitumstellung überwiegen

Das Europaparlament hatte die EU-Kommission im Februar aufgefordert, die entsprechende Richtlinie unter die Lupe zu nehmen. Sollte die Behörde zu dem Schluss kommen, dass die Nachteile der Zeitumstellung überwiegen, könnte sie den EU-Staaten und dem Parlament einen Vorschlag zur Gesetzesänderung unterbreiten.

Die Uhrenumstellung in heutiger Form wurde in Deutschland 1980 eingeführt - mit dem Ziel, Energie zu sparen. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück.

Zeitumstellung birgt Gesundheitsrisiken

Der Nutzen ist umstritten. Laut Umweltbundesamt knipsen die Deutschen wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird jedoch morgens mehr geheizt. Außerdem sehen Mediziner Gesundheitsrisiken. Schlafforscher warnen, empfindsame Menschen könnten Probleme mit dem zeitlichen Hin und Her haben - samt Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen für Abschaffung der Zeitumstellung

Umfragen kamen in der Vergangenheit häufig zu dem Ergebnis, dass sich eine Mehrheit der Deutschen die Abschaffung der Zeitumstellung wünscht. In einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts im Auftrag der Krankenkasse DAK sprachen sich erst im März 73 Prozent der Befragten gegen das Umstellen der Uhren aus.

Abstimmung über Zeitumstellung: Server teilweise überlastet

Die EU-Kommission hat technische Probleme bei der am 5. Juli gestarteten Online-Umfrage zur Abschaffung der Sommerzeit eingeräumt. Wegen der vielen Zugriffe auf die Seite habe das System Schwierigkeiten, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag auf Anfrage mit. Wer den Online-Fragebogen nicht angezeigt bekomme, solle es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen.