Berlin
Wilderei

Ende des blutigen Handels? Wie Forscher Wilderern das Handwerk legen wollen

Jährlich werden in Afrika mehr als 1000 Nashörner von Wilderern getötet. Mit moderner Technik wollen Forscher das blutige Geschäft stoppen.
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Über 1000 Nashörner werden jährlich von Wilderern in Südafrika getötet. Foto: Salym Fayad/EPA/dpa
Über 1000 Nashörner werden jährlich von Wilderern in Südafrika getötet. Foto: Salym Fayad/EPA/dpa
Eine Datenbank mit DNA-Proben von Nashörnern kann dabei helfen, Wilderer zu überführen und eine Verurteilung der Täter sicherzustellen. Die Proben können verkaufte Hörner mit getöteten Nashörnern in Verbindung bringen, berichten Forscher um die Leiterin der Veterinärgenetik der südafrikanischen Universität Pretoria, Cindy Harper, im Magazin "Current Biology".

In der Kriminalistik ist es längst Alltag, auch DNA-Spuren zu nutzen, um schwere Verbrechen aufzuklären. Das Prinzip ist bei der Überführung von Wilderern ganz ähnlich. Die Forscher erklären, dass sich DNA aus jeglicher Gewebeprobe, selbst aus gemahlenem Horn, anhand von bestimmten Merkmalen mit einem individuellen Tier in Verbindung bringen lasse. In der Rhodis genannten Datenbank sind demnach mehr als 20 000 DNA-Proben gespeichert.


Beweismittel vor Gericht

Die Zahl der von Wilderern erlegten Nashörner in Südafrika ist seit 2007 explodiert. Damals wurden nur 13 Tiere getötet. 2015 waren es dann 1.175, ein Jahr später immerhin noch 1.054. Die Zahl der Festnahmen in Südafrika im Zusammenhang mit der Wilderei stieg von 317 im Jahr 2015 auf 680 im darauffolgenden Jahr.Insgesamt seien, laut dem Bericht, bislang in rund 120 Fällen DNA-Proben vor Gericht als Beweise genutzt worden.

Wilderer verkaufen die Hörner für teures Geld, vor allem nach Asien. Dort werden sie als Ornamente oder als Zutaten traditioneller Medizin geschätzt. In Afrika gibt Schätzungen zufolge noch 20.000 bis 25.000 wildlebende Breitmaulnashörner und Spitzmaulnashörner. Letztere sind als vom Aussterben bedroht eingestuft.

Eine Herausforderung bei der Unterbindung des illegalen Verkaufs von Hörnern ist die neue Möglichkeit des legalen Handels. In Südafrika ist der Handel mit Hörnern seit letztem Jahr unter strengen Auflagen erlaubt, jeglicher Export ist jedoch verboten. Die Züchter müssen nun auch Proben ihrer Hornbestände an Rhodis melden. Damit könnte zum Beispiel illegal ins Ausland verkauftes Horn leicht identifiziert werden.


Bedeutsames Instrument

Dank der Unterstützung der südafrikanischen Behörden habe sich die Datenbank zu einem schlagkräftigen Instrument bei der Bekämpfung der Wilderei entwickelt, erklärten die Forscher in "Current Biology". "Die Hoffnung ist, dass das zunehmende Risiko einer Verurteilung und eines hohen Strafmaßes eine wichtige Rolle dabei spielen werden, den Handel mit illegalen Tierprodukten unattraktiv zu machen."