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Finanzen

Einfacher als gedacht: So baut man sich Vermögen auf

Geld haben wollen eigentlich fast alle. Sich um ihr Geld kümmern, wollen aber die wenigsten. Dabei ist das gar nicht so zeitaufwendig und kompliziert, wie man denkt.
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Wie gelingt es, genug Geld zu sparen und das auch sinnvoll anzulegen? Foto: Peter Kneffel/dpa
Wie gelingt es, genug Geld zu sparen und das auch sinnvoll anzulegen? Foto: Peter Kneffel/dpa
Eine Woche über Geld nachzudenken, bringt oft mehr als eine Woche für Geld zu arbeiten. Das sagen erfahrene Finanzplaner. Aber wer macht das im Alltag schon? Dabei muss man weder Börsenexperte noch Steuerfachmann sein, um Vermögen aufzubauen. Sieben Punkte, auf die es ankommt:

1. Schulden abbauen:
Bevor man mit dem Sparen anfängt, sollten generell erst mal die Schulden getilgt werden. Denn die Zinsen für Schulden sind meist höher als die Rendite beim Sparen. Ein Beispiel: Für einen Ratenkredit mit einer Laufzeit von 48 Monaten müssen Verbraucher nach Angaben der FMH-Finanzberatung im Schnitt 4,48 Prozent Zinsen an die Bank zahlen. Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto anspart, bekommt laut FMH nur 0,10 Prozent Zinsen.

2. Rücklagen bilden:
Wer seine Schulden im Griff hat, kann einen Schritt weitergehen und eine ständig verfügbare Geldreserve aufbauen. Helfen kann eine kurzfristige Finanzplanung: Welche festen Ausgaben sind zu erwarten, mit welchen Einnahmen kann man rechnen? Steht am Ende ein Minus, muss bei den Ausgaben oder den Einnahmen neu justiert werden. Am Ende sollte es gelingen, einen Notgroschen anzusparen. "Mit drei Monatsgehältern als Reserve auf einem Tagesgeldkonto können die meisten kurzfristigen Anschaffungen ohne teure Kredite finanziert werden", sagt Niels Nauhauser, von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

3. Flexibel bleiben:
Studium, Hochzeit, Job im Ausland, Kinder, die eigene Immobilie - das Leben steckt voller Überraschungen. Wer sich früh an langfristige und starre Sparverträge bindet, kann unter Umständen ein Problem bekommen. Denn wer etwa im Job kürzertritt, kann sich die teuren Beiträge für den Versicherungsvertrag vielleicht nicht mehr leisten. Wichtig sind deshalb Anlageformen mit anpassbaren Sparraten.

4. Zeithorizont festlegen:
Die Zeit spielt bei der Geldanlage eine wichtige Rolle. Denn je mehr Zeit ein Sparer hat, desto mehr Schwankungen kann er vertragen. Für weniger als zehn Jahre sind Aktien und Aktienfonds nur bedingt empfehlenswert, da die Kursschwankungen in so einem mittelfristigen Zeitraum hoch sein können. Geld, das in Aktienfonds investiert werden soll, sollten Anleger langfristig entbehren können. Auf diese Weise können sie Notverkäufe in Börsenkrisen vermeiden.

5. Kosten im Griff behalten:
Auch Geldanlagen gibt es nicht umsonst. Von Gebühren für das Konto über Verwaltungskosten für Versicherungsverträge bis hin zu Ausgabeaufschlägen für Fonds reicht die Palette. Das Problem: Die Kosten gehen zulasten der Rendite. Verursacht zum Beispiel ein Fonds jedes Jahr zwei Prozent laufende Kosten, muss er mindestens zwei Prozent Rendite erwirtschaften, um überhaupt den Wert zu behalten.

6. Ziele festlegen:
Beim Sparen helfen klare Ziele. Wer zum Beispiel in drei Jahren ein neues Auto kaufen möchte, kann auf eine schwankungsarme Sparform wie ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto setzen. Wer sich um seine Altersvorsorge kümmern will, hat mehr Möglichkeiten. "Der Fokus liegt bei vielen Menschen oft nur darauf, was sie privat tun können, um die gesetzliche Rente aufzustocken", sagt Alexander Siegmund, Rentenberater für betriebliche Altersvorsorge in Köln. "Dabei bietet die betriebliche Altersvorsorge mit den verschiedenen Durchführungswegen und Förderungen lukrative Alternativen".

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"Wer für die Altersvorsorge spart, sollte wissen, dass Sicherheit einen hohen Preis hat", sagt Niels Nauhauser. "Aktienindexfonds schwanken zwar im Gegensatz zu klassischen Versicherungen, bieten aber auf lange Sicht von allen Anlageklassen die höchsten Erträge."

7. Regelmäßige Kontrolle:
Ziele und Wünsche ändern sich. Deshalb ist es ratsam, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob die Strategie zum Vermögensaufbau noch passt. Eine Rolle spielt auch die Wertentwicklung der Anlagen. Ein Beispiel: Ein Anleger hat am Anfang 40 Prozent seines Vermögens in Aktien und 60 Prozent in Zinspapiere investiert. Haben sich die Aktien besser entwickelt als die Anleihen, steigt deren Wert - aber das Vermögen ist auch riskanter angelegt, denn die Aufteilung liegt dann etwa bei 50 zu 50.