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Bamberg
Parteiaustritt

Ein Domkapitular hat genug von der CSU

44 Jahre lang war der Bamberger Domkapitular Peter Wünsche CSU-Mitglied. Jetzt ist er ausgetreten. Wegen der Flüchtlingspolitik der CSU.
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Domkapitular Peter Wünsche Erzbistum Bamberg
Domkapitular Peter Wünsche Erzbistum Bamberg
Familiär hat Domkapitular Peter Wünsche einen eher konservativen Hintergrund. Der Vater war viele Jahre Landtagsabgeordneter der CSU, gehörte auch dem Bamberger Stadtrat an. Da war es nicht verwunderlich, dass sich auch der damals 20-Jährige der CSU anschloss.
Die Politik der CSU in den letzten Wochen hat bei dem Domkapitular allerdings das Fass des Erträglichen zum Überlaufen gebracht. Ein Wahlkampf als Wettbewerb in Sachen Asylverhinderung, dazu die mutwillige Demontage der Kanzlerin, "all das geht mit meinem Wertesystem nicht zusammen", schreibt Wünsche auf seiner Facebookseite.

Er habe den Schritt ganz bewusst gemacht und auch die Öffentlichkeit bewusst über seinen Austritt informiert. Weil er sich so eine gewisse Wirkung in CSU-Kreisen erhofft. Die bürgerliche Mitte, zu der sich Wünsche zählt, beginne der CSU davon zu laufen, so seine Analyse. Dabei seien ihm schon länger Zweifel an der Politik der CSU gekommen. Begonnen habe das bereits unter Stoiber mit der plötzlichen Einführung des G8-Abiturs und des Ausverkaufs der Hochschulen an die Wirtschaft.
Ausschlaggebend für den Austritt sei allerdings die Asylpolitik der CSU gewesen. Sein Vater wäre entsetzt über das Verhalten der derzeitigen CSU-Führung, schreibt Wünsche in einem Facebook-Kommentar. 80 Prozent der Nutzer hätten im übrigen Zustimmung zu seinem Austritt geäußert.
Einige Parteien seien bereits auf ihn zugegangen, um ihn als neues Mitglied zu gewinnen. Daran denkt Wünsche derzeit allerdings nicht. Wobei er Wert legt auf die Feststellung: "Von der CSU trennt mich derzeit ein Graben, von der AfD ein Abgrund."