Berlin
Festplatte formatieren

Ebay: Mann kauft gebrauchten Laptop und findet Bedienungsanleitung für Raketenwerfer

Vertrauliche Daten sind nur für einen bestimmten Kreis an Menschen bestimmt. Sonst wären sie ja nicht vertraulich. Dass aber jetzt ein Förster aus Bayern die Bedienungsanleitung eines Raketenwerfer kennt, hat nichts mehr mit vertraulich zu tun.
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Ein bayerischer Förster hat auf einem gebrauchten Laptop, den er über Ebay gekauft hatte, eine Bedienungsanleitung für einen Raketenwerfer gefunden. Symbolfoto: Sebastian Rüger
Ein bayerischer Förster hat auf einem gebrauchten Laptop, den er über Ebay gekauft hatte, eine Bedienungsanleitung für einen Raketenwerfer gefunden. Symbolfoto: Sebastian Rüger

Die Bundeswehr soll nach einem Medienbericht einen gebrauchten Laptop verkauft haben, auf dem noch vertrauliche Informationen waren. Dabei handele es sich um die als "Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch" eingestufte Bedienungsanleitung für den Raketenwerfer "Mars", berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag). Anscheinend sei die Festplatte vor dem Verkauf nicht gelöscht worden. Das Verteidigungsministerium teilte der Zeitung mit, aus der Beschreibung des Raketenwerfers könnten "keine kritischen Erkenntnisse abgeleitet werden".

Letzter Benutzername als Passwort

Dem Bericht zufolge hatte der Käufer, ein oberbayerischer Förster, auf dem Online-Marktplatz Ebay 2018 von der Verwertungsgesellschaft des Bundes (Vebeg) vier gebrauchte Laptops ersteigert. Auf einem davon war demnach noch das Betriebssystem installiert, und durch Eintippen des letzten Benutzernamens als Passwort ließ es sich entsperren. Im März meldete er seinen Fund dem Ministerium.

Dieses erklärte der "Süddeutschen", man habe die Verwertung von IT-Geräten nach der Beschwerde des Försters einer "genauen Prüfung unterzogen" und festgestellt, dass 2016 ein weiterer Rechner mit ungelöschter Festplatte über die Verwertungsgesellschaft verkauft worden sei. Ob darauf ebenfalls vertrauliche Daten gewesen seien, lasse sich nicht mehr feststellen. Der Zeitung zufolge leitete das Ministerium einen Rückkauf der Geräte über die Vebeg ein. Der Förster hat demnach eines zurückgegeben, aber drei noch im Besitz.

 

Andere Reste der Bundeswehr - in diesem Fall handelt es sich um alte Munition - sorgte in Mecklenburg-Vorpommern für einen heiklen Einsatz: Sie erschwerte das Löschen eines Waldbrandes enorm.