Köln
Supermarkt-Vergleich

Discounter im Vergleich: Wie unterscheiden sich Aldi und Lidl?

Der Sternekoch Nelson Müller hat Aldi und Lidl miteinander verglichen. Die beiden Discounter stehen hoch im Kurs bei den Deutschen, doch wie gut sind sie wirklich?
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Der große Discounter-Check: Aldi und Lidl sind zwei fest etablierte Größen in der deutschen Supermarktkettenlandschaft. Sie sind sich selbst die größten Konkurrenten und versuchen sich gegenseitig mit neue Tiefstpreisen zu unterbieten. Doch obwohl die Preise immer weiter sinken, haben die Kunden hohe Erwartungen an die Qualität der Produkte. Sternekoch Nelson Müller hat im ZDF die beiden Discounter einem Härtetest unterzogen und beide Supermarktketten auf Auswahl, Preis, Geschmack und (Bio-)Qualität geprüft.

Aldi vs. Lidl: Wer hat die günstigeren Markenprodukte?

Beide Discounter versuchen ihren Kunden mit einer großen Auswahl an Markenprodukten in den Laden zu locken. Doch bei wem sind die Produkte auch billiger? Insgesamt wurden 15 bekannte Produkte untersucht. Dabei waren unter anderem Lebensmittel wie beispielsweise Nutella oder Philadelphia Frischkäse.

Die Produkte wurden über eine Spanne von neun Wochen untersucht und das Ergebnis zeigt: Was die Markenprodukte angeht, liegen Aldi und Lidl preislich gleichauf. Bemerkenswert war allerdings die Markenvielfalt: Während bei Lidl glatte 950 Markenprodukte zu Auswahl standen, hatte Aldi nur 160 Produkte bekannter Marken im Sortiment.

Aldi vs. Lidl: Wo werden weniger Schadstoffe eingesetzt?

Chemie wird in der Lebensmittelbranche vielfältig eingesetzt. Häufig werden Zusatzstoffe verwendet, um Produkte haltbarer zu machen. Nelson Müller hat die Lebensmittel der beiden Discounter auf Schadstoffe untersucht und sich dabei vor allem auf Zitrusfrüchte fokussiert.

Im Labortest konnte der Sternekoch feststellen, dass sich auf den Schalen von Orangen, Mandarinen und Zitronen deutlich mehr Schadstoffe befanden, als die gesetzlichen Vorschriften erlauben. Minuspunkt für beide Discounter.

Aldi vs. Lidl: Wer hat die besseren Bio-Produkte?

Beide Supermarktketten haben Bio-Produkte in den Regalen stehen. Doch es gibt einen bestimmten Unterschied zwischen den beiden Discountern: Bei Lidl stehen ausschließlich Bio-Produkte, die nach Bioland-Kriterien hergestellt wurde, wohingegen bei Aldi nur Produkte nach EU-Bio-Vorgaben zu finden sind. Die Bioland-Markte gibt es nur bei der Einhaltung strenger Regeln und ist deutlich schwerer zu bekommen, als das klassische Bio-Siegel nach EU-Bio-Vorschrift.

Das Fazit: Beim Lidl gibt es zwar eine geringere Auswahl an Bio-Produkten als bei Aldi, dafür sichert das Bioland-Siegel einen deutlich höheren Qualitätsstandard.

Aldi vs. Lidl: Wo werden die Produkte am fairsten hergestellt?

Auch das Fairtrade-Siegel wurde beim großen Nelson-Müller-Discounter-Vergleich unter die Lupe genommen. Der Sternekoch stellte fest, dass bei Aldi knapp fünf Prozent des Sortiments aus Fairtrade-Produkten bestand. Bei Lidl hingegen waren es nicht mal ein Prozent.

In einer Studie der unabhängigen Hilfsorganisation Oxfam aus dem Jahr 2019 schnitten jedoch beide Discounter nicht gut ab. Die Untersuchungen zeigten, dass Aldi Süd 19 Prozent der Fairness-Kriterien erfüllte, Lidl neun Prozent und Aldi Nord sogar nur fünf Prozent.

Aldi vs. Lidl: Bei wem schmeckt die Eigenmarke besser?

Für den Geschmackstest ließ Nelson Müller 50 Testesser die unterschiedlichen Frühstücksklassiker der Eigenmarke des jeweiligen Discounters probieren: Erdbeermarmelade, Orangensaft, Kaffe, Müsli und Toastbrot.

In der Blindverkostung hatte Aldi klar die Nase vorne. Außer beim Kaffee konnte Aldi bei allen getesteten Produkten mehr überzeugen.

 

Die Discounter müssen sich strecken, denn nach einer Analyse der Gesellschaft für Konsumforschung verloren die Billiganbieter deutliche Marktanteile an die Supermarktketten Edeka und Rewe. Dabei bemühen sich die beiden seit Jahren darum, ihre Kunden anzulocken: Geschäfte werden attraktiver gestaltet mit aufwenigen Backstationen und großzügigerer Ladengestaltung.

Auch in die Innenstadt wollen beide Vordringen, um so mehr Kunden zu erreichen. An der Königsallee in Düsseldorf trennt alleine ein Kreuzung die beiden Filialen voneinander. Nicht gerade das übliche Pflaster für einen Discounter, denn die Mieten sind teuer und die Ladenflächen deutlich kleiner, als bei den üblichen Wohnflächen-Standorten. Preislich macht sich das noch nicht bemerkbar, aber Aldi zeigt, dass es durchaus ein Modell sein kann Produkte an teureren Standorten teurer zu verkaufen. In London exisiert dieses System bei den "Aldo local"-Läden bereits.