Los Angeles

Diese Werbung durfte bei den Oscars nicht gespielt werden - weil sie "zu grafisch" ist

Wie die Realität nach einer Geburt aussieht, wollte eine Firma für Postpartum-Produkte in einem harmlosen Werbeclip bei den Oscars zeigen. Doch das durfte sie nicht - die Werbung wurde abgelehnt.
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Der Anblick der typischen Unterwäsche nach der Geburt war den Oscar-Zuschauer angeblich nicht zuzumuten. Die Werbung wurde abgelehnt. Foto: Screenshot YouTube/Frida Mom
Der Anblick der typischen Unterwäsche nach der Geburt war den Oscar-Zuschauer angeblich nicht zuzumuten. Die Werbung wurde abgelehnt. Foto: Screenshot YouTube/Frida Mom

Die Preisverleihung der Oscars und die damit einhergehenden Werbeplätze sind ein beliebter Ort für Firmen, um Aufmerksamkeit auf ihre Produkte zu lenken. Das wollte auch die Firma Frida Mom, die Produkte für Frauen herstellen, die nach einer Geburt mit den körperlichen Folgen kämpfen.

Die Mission der Firma: Mehr Aufmerksamkeit für die Herausforderung schaffen, dass der weibliche Körper erst einmal heilen muss. Denn viele neue Mütter sind überfordert und unvorbereitet auf das, was nach der Geburt auf sie wartet. Oft steht nur das neugeborene Baby und das Wunder der Geburt im Vordergrund. Dass alltägliche Dinge wie sitzen oder der Gang zur Toilette wochenlang zur Qual werden können, wird bei der Geburtsvorbereitung aber oft nicht ausreichend besprochen.

Oscars lehnen den Clip ab - die Realität nach der Geburt sei "zu grafisch"

Doch mit dieser Aufklärungs-Mission sind sie zumindest bei den Oscars gescheitert. Denn der Clip wurde abgelehnt - er sei "zu grafisch". Neben Waffen, religiösen Botschaften und Gewaltdarstellungen sei auch das Thema "weibliche Hygiene" nicht angemessen, um als Werbeclip gespielt zu werden.

Die Aufmerksamkeit kommt nun allerdings im Nachgang: Die Firma hat ihren Clip auf YouTube veröffentlicht, wo er bereits millionenfach abgespielt wurde. Viele Mütter sind begeistert, dass endlich einmal die Realität gezeigt wird und können nicht verstehen, warum die Werbung verboten wurde.

Zustimmung im Internet

"Danke, dass ihr so eine starke Werbung kreiert habt", schreibt zum Beispiel eine Mutter auf Instagram. "Wenn niemand darüber spricht, ist es auch kein Thema... aber in der Realität ist es wirklich ein Kampf!"

Frida Mom sieht sich bestätigt, dass über die Zeit nach der Geburt viel zu viel geschwiegen wird. "Es ist einfach nur eine Mutter, die mit ihrem neuen Baby und ihrem neuen Körper nach Hause kommt. Und wir wundern uns darüber, warum frischgebackene Mütter sich unvorbereitet fühlen", schreiben sie auf Instagram.