Washington
Rätselhafte Krankheit

"Die Katze will mich töten": 14-Jähriger hat Angstzustände - welche Rolle das Tier dabei wirklich spielt

Mit seinem 14. Lebensjahr begann der junger Amerikaner Angstzustände aufzubauen, Selbstmordgedanken zu entwickeln und sprach von sich als Sohn des Teufels. Ungefähr zwei Jahre benötigten die Mediziner, um die richtige Diagnose feststellen zu können.
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Ein 14-Jähriger US-Amerikaner hat Angst vor seiner Katze und denkt, dass sie ihn töten will. Symbolbild: Uwe Anspach/dpa
Ein 14-Jähriger US-Amerikaner hat Angst vor seiner Katze und denkt, dass sie ihn töten will. Symbolbild: Uwe Anspach/dpa

Er war gesund, sportlich, intelligent und spielte im Schultheater mit - so wurde zumindest ein kleiner Junge aus den USA, der seine Identität nicht bekannt geben möchte, von seiner Familie bis zu seinem 14. Lebensjahr beschrieben. Dann folgte der drastische Umschwung. Er bezeichnete sich selbst als Sohn des Teufels und dachte, dass seine Katze ihn umbringen will. Welchen Einfluss die Katze tatsächlich auf seinem plötzlichen Wandel hatte, fanden Ärzte erst Jahre später heraus.

Er sprach von Mordgedanken

Wie das Mediziner Magazin "Journal of Central Nervous Sytsem Diseas" berichtet, begann alles mit dem auftretenden Gefühl der Überforderung und der inneren Unruhe des Jungen. Der überdurchschnittlich intelligente Schüler, der an zahlreichen Wissenswettbewerben teilnahm und regelmäßig Sport trieb, entwickelte plötzlich psychische Probleme. Eine starke Verwirrtheit, Unruhe sowie Selbstmordgedanken plagten ihn. Als der Teenager auch Mordgedanken gegenüber ihm naheliegender Personen entwickelte, brachten ihn seine Eltern zur Behandlung in die Notaufnahme.

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Ärzte verschrieben ihm umgehend ein Medikament namens Aripiprazol, das zur Behandlung von Schizophrenie dient. Die Mordgedanken sind zwar verschwunden, jedoch wirkte er immer noch leicht verstört. Mediziner erklären dieses Problem mit der Vererbbarkeit von psychischen Erkrankungen innerhalb der Familie. So äußerten sich die Eltern, dass psychische Krankheiten bei ihnen in der Familie nicht selten sind. Bereits mit neun Jahren litt der Junge unter Depressionen, war in der Schule überfordert und wurde von seinen Mitschülern gemobbt. Ein Schulwechsel und Antidepressiva halfen ihm aus der misslichen Lage.

Erst Streifen am Körper wiesen auf eine mögliche Diagnose

Sein Zustand verschlechterte sich einige Wochen nach seinem Krankenhausaufenthalt. Er halluziniert, wird kontrolliert von seiner Angst und bekommt unvorhersehbare Wutausbrüche. Neben seinen Wahnvorstellungen unterstellt er auch der Hauskatze ihn umbringen zu wollen. Seine Eltern sahen sich gezwungen ihn aus der Schule zu nehmen.

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Auch seine Mutter kündigte ihren Job, um sich auf den gesundheitlichen Zustand ihres Sohnes konzentrieren zu können. Verschiedene Medikamente sowie sein naturnahes Leben zeigten keine Wirkung. Erst als seine Eltern rötliche Streifen, die den Dehnungsstreifen von schwangeren Frauen ähnelten, an seinem Körper entdeckten, kamen Mediziner auf die entscheidende Idee. Die Streifen, welche über Oberschenkel und Achselhöhle verliefen, sind Anzeichen einer sehr seltenen Erkrankung: Der Neurobartonellose. Hierbei werden Bakterien durch Bisse oder Kratzer von Katzen übertragen und befallen das Nervensystem. Noch vor Krankheitsausbruch adoptierte die Familie zwei Katzen, die den Jungen attackiert hatten.

Mit der Einnahme verschiedener Antibiotika konnte der mittlerweile 16-Jährige zu seinem alten Leben zurückkehren und auch in der Schule wieder die besten Leistungen erreichen. Die Bakterien konnten komplett abgetötet werden, sodass auch keine psychischen Folgen mehr zu erkennen sind.