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Die 11 besten Katertipps: So bekämpfen Sie den Kater nach dem Feiern

Am Morgen nach einer durchfeierten Nacht kommt oft das böse Erwachen. Man wird für seinen Alkoholkonsum von dem Kater bestraft. Hier die besten Kater-Tipps.
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Am Morgen nach einer durchfeierten Nacht kommt oft das böse Erwachen. Man wird für seinen Alkoholkonsum von dem Kater bestraft.  Wir haben Tipps gesammelt, die gegen  den Kater helfen. Symbolfoto: jarmoluk/Pixabay
Am Morgen nach einer durchfeierten Nacht kommt oft das böse Erwachen. Man wird für seinen Alkoholkonsum von dem Kater bestraft. Wir haben Tipps gesammelt, die gegen den Kater helfen. Symbolfoto: jarmoluk/Pixabay


Wodurch wird der Kater verursacht?

Hauptursache für das Unwohlsein nach übermäßigem Alkoholgenuss sind laut des Deutschen Grünen Kreuz ein Mangel an Vasopressin und einer Überproduktion von Acetaldehyd. Beides wird durch Alkoholkonsum ausgelöst. Das Hormon Vasopressin ist für die Regulierung des Wasserhaushaltes der Nieren zuständig. Wird die Ausschüttung dieses Hormons durch den Alkohol gehemmt, scheiden die Nieren zu viel Wasser aus. Viele wichtige Mineralstoffe gehen dem Körper dadurch verloren.

Mit einer geringen Menge des Zellgiftes Acetaldehyd kommt der Körper gut zurecht. Acetaldehyd ist ein Zwischenprodukt und entsteht beim Abbauprozess von Alkohol. Wird die Ausschüttung durch hohen Alkoholkonsum verstärkt kann das eine Beeinträchtigung der Leber und der Gehirntätigkeit zufolge haben.


Was Sie vor und während des Alkoholkonsums beachten sollten:


Tipp 1: Eine gute Grundlage schaffen

Diesen Tipp hat wohl jeder schon einmal gehört: Niemals auf nüchternen Magen trinken! Wie Professor Dr. Sebastian Mueller, leitender Oberarzt am Krankenhaus Salem in Heidelberg und Ko-Direktor des Zentrums für Alkoholforschung an der Universität Heidelberg erklärt, hängt der Effekt, den der Alkohol auf den Körper hat, mit dem Stoffwechsel zusammen. Trinkt man ohne vorher etwas gegessen zu haben, ist das einzige, das der Körper zu verarbeiten hat, der Alkohol. Hat man hingegen gut zu Abend gegessen, hat der Körper neben den Kalorien aus dem Alkohol auch noch viele andere zu verstoffwechseln und verträgt den Alkohol besser.

Auch zwischendurch immer mal wieder etwas essen ist hilfreich, sagt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Das ist besonders bei längeren Feiern empfehlenswert, wenn man zum Beispiel schon Nachmittags auf dem Festival oder im Park mit Freunden das erste Bier aufmacht. Gut sind fetthaltige Lebensmittel, von denen man sonst vielleicht ehr abraten würde. Das Fett ist schwer verdaulich und bleibt damit umso länger im Magen. Wenn Sie also eine Party veranstalten bereiten Sie doch ein paar belegte Brote, einen Nudelsalat oder Fingerfood wie Nüsse oder Oliven vor. Damit machen Sie ihre Gäste nicht nur am Abend glücklich, sondern beschützen sie auch vor einem Kater am nächsten Morgen.

Besonders im Sommer sollten sie aber mit längere Zeit ungekühlten Lebensmitteln vorsichtig sein. Keller warnt davor, dass man sich von dem Nudelsalat auf der Grillparty, der bereits seit Stunden außerhalb des Kühlschranks steht auch leicht eine Magenverstimmung hohlen kann. Dann haben Sie zwar am Morgen keinen Kater, aber schlecht geht es Ihnen trotzdem.


Tipp 2: Zwischendurch Wasser trinken

Durch den Alkohol scheiden die Nieren zu viel Wasser aus. Das führt zur Unterwässerung des Körpers und verursacht Kopfschmerzen. Wer am Abend also zwischendurch mal ein Glas Wasser trinkt, beugt der Dehydrierung vor und hat bessere Chancen am Morgen fit zu sein. Mueller weißt darauf hin, dass der Wasserbedarf auch davon abhängt, was man trinkt. Während Bier zu einem großen Teil aus Wasser und einem geringeren Teil an Alkohol besteht, ist auch der Wasserverlust des Körpers niedriger. Trinkt man stärkere Getränke wie Wodka, bei denen der Alkoholgehalt deutlich höher ist, muss man auch umso mehr Wasser zu sich nehmen, um den Kater vorzubeugen.


Tipp 3: Bestimmte Getränke meiden

Alkohol ist nicht gleich Alkohol. Wie der Alkohol-Forscher Mueller erklärt, kommt der Körper mit Ethanol an sich gut klar. Bei dem Abbau entstehen allerdings die sogenannten Begleitalkohole, die zu Unwohlsein führen. In einigen alkoholischen Getränken, wie Whiskey, dunklem Rum, Cognac oder auch Wein sind diese Begleitalkohole, oder auch Fustelöle wie Methanol oder Isobutanol allerdings schon von vornherein enthalten. An dem Spruch "Nur Klares, ist Wahres." ist also doch was dran!

Man kann sich allerdings nicht auf alle Bauernweisheiten verlassen. Von der Regel "Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir." rät Isabelle Keller ab.Viele Menschen vertragen es einfach nicht, verschiedene Getränke durcheinander zu trinken, da ist es egal ob zuerst Bier oder Wein getrunken wird.


Tipp 4: Lieber nicht rauchen

Sobald der Alkohol fließt, leert sich die Zigarettenschachtel wie von selbst und auch Nichtraucher mutieren zu Gelegenheitsrauchern. Nicht zu selten bereut man dieses Verhalten am nächsten Morgen. Das Nikotin verlangsamt die Alkoholaufnahme ins Blut und gaukelt so dem Körper vor, weniger getrunken zu haben, als man es tatsächlich hat. Spätestens mit dem Brummschädel am nächsten Tag erinnert man sich dann aber schmerzlich.


Tipp 5: Vermeiden Sie alkoholische Getränke mit Zucker

Um zu erklären, warum zuckerhaltige Drinks einen Kater noch verschlimmern, muss man viele Jahrhunderte in der Evolution zurückgehen. Mueller erklärt, dass sowohl Alkohol, als auch raffinierter Zucker - wie er heute als übliches Süßungsmittel verwendet wird - in der ursprünglichen Ernährung des Menschen nicht vorkam. Beides geht sehr schnell ins Blut und wird vom Körper sofort verwertet. Der Zucker in zum Beispiel Cocktails oder Longdrinks dient dem Alkohol als Katalysator, wird dadurch noch schneller vom Körper aufgenommen und man wird schneller betrunken. Das wirkt sich natürlich auch auf den Kater am nächsten Morgen aus. Der Alkoholforscher weist auch auf die Gefahr hin, dass der süße Geschmack den Alkohol überdeckt und man so gar nicht merkt, wie viel man eigentlich trinkt.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit kohlensäurehaltigen und warmen Drinks. Isabelle Keller erklärt, dass die Magenschleimhaut durch die Kohlensäure stärker durchblutet wird und der Alkohol so schneller aufgenommen werden kann. Ob die Alkoholaufnahme auch mit der Temperatur des Getränks zusammenhängt ist zwar wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt, doch ist es Ihnen vielleicht selbst schon einmal aufgefallen, dass Sie von heißen alkoholischen Getränken schneller betrunken werden als von kalten. Wer also auf Nummer sicher gehen will, verzichtet lieber auf die Feuerzangenbowle.



Tipps für den Morgen nach der Party:

Wenn alle Kater-Präventionsmaßnahmen versagt haben, oder Sie sie schlichtweg ignoriert haben, kommt es am Morgen oft zu einem bösen Erwachen. Zum Glück gibt es aber auch dann noch Tricks den Kater zu bekämpfen.


Tipp 6: Vorsicht mit der Einnahme von Medikamenten

Um Kopfschmerzen zu bekämpfen greift man schnell mal zu einer Aspirin. Im Internet findet man sogar den Rat schon vorsorglich am Abend eine Tablette zu schlucken, um Kater-Kopfschmerzen vorzubeugen. Sebastian Mueller warnt allerdings davor, Medikamente unbedacht einzunehmen. Schmerzmittel sollten nicht das primäre Mittel zur Kater-Bekämpfung sein. Paracetamol belastet die Leber, die ohnehin schon mit dem Alkohol zu kämpfen hat, zusätzlich.


Tipp 7: So gelingt das perfekte Katerfrühstück

Es stimmt wirklich: Auch wenn es sich für Einige eher kontraproduktiv anhört, ein Rollmops am Tag nach der Feier kann den Kater vertreiben. Grund dafür ist, laut Silke Restmeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, der hohe Salzgehalt des Fisches. Dadurch werden dem Körper verloren gegangene Mineralstoffe wieder zugeführt. Wer die Fisch-Rouladen nicht herunter bekommt, kann es auch mit Essiggurken, Brühe oder Tomatensaft mit Salz versuchen. Auch ein Vollkornbrot oder ein Glas Apfelsaft helfen dem Körper dabei seinen Mineralstoff-Haushalt wieder aufzubauen. Von zu deftigem Essen ist übrigens abzuraten. Die Leber ist noch mit dem Alkoholabbau beschäftigt, zu viele Nahrungsfette würden sie zusätzlich belasten.


Tipp 8: Viel Wasser trinken, Kaffee und Mineralstoffe

Auch am Morgen ist es eine gute Idee viel Wasser zu trinken. Eine heiße Brühe und eine Magnesiumtablette versorgen den Körper mit den benötigten Mineralstoffen, Kamillentee beruhigt den Magen. Auch Kaffee, am besten ein Espresso ohne Milch, kann helfen. Das Koffein bringt den Kreislauf wieder in Schwung.


Tipp 9: Das Konterbier...

...hilft auf keinen Fall gegen einen Kater! Es verzögert ihn allerhöchstens, aber wenn er dann kommt, dann umso schlimmer.


Tipp 10: Frische Luft

Bei einem Spaziergang wird der Körper mit dem nötigen Sauerstoff versorgt, das lindert Kopfschmerzen und bringt neue Energie. Außerdem kann sich ein bisschen Bewegung positiv auf den Kreislauf auswirken. Wer das Schwindel-Gefühl bereits überwunden hat, kann auch eine Runde Joggen gehen. Ist der Katzenjammer zu groß, ist ein geöffnetes Fenster eine gute Alternative.


Der 11 und letzte Tipp, wenn gar nichts hilft: Schlafen

Wenn alle anderen Tipps keine Besserung bringen, hilft nur noch Schlaf. Der Körper kann sich so voll auf den Alkoholabbau konzentrieren. Nach einem erholsamen Schlaf sind Kopfschmerz und Übelkeit wie weggeblasen