Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich angesichts zunehmender Schäden durch Wolfsrisse für eine Bejagung der Tiere in bestimmten Regionen ausgesprochen. Dabei gehe es nicht darum, den Wolf auszurotten, teilte die Ministerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Samstag (14. August 2021) mit. "Aber wenn wir die Weidetierhaltung in einigen Regionen nicht aufgeben wollen, müssen wir handeln."

Der Deutsche Bauernverband sieht wegen der steigenden Wolfspopulation die Weidetierhaltung in Deutschland in Gefahr. Die von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) vorgelegte jüngste Statistik zeichne das Ende der Weidehaltung vor, hieß es in einer am Freitag (13. August 2021) in Berlin veröffentlichten Mitteilung. Der Wolfsbestand müsse endlich reguliert werden.

Klöckner spricht sich für Bejagung von Wölfen in einzelnen Regionen aus

Laut der jüngsten Statistik zu wolfsverursachten Schäden im Jahr 2020 wurden laut DBBW 3959 Weidetiere in Deutschland von Wölfen getötet, darunter 3444 Schafe. Die Zahl der aufgrund eines Wolfsangriffs getöteten, verletzten oder vermissten Nutztiere stieg demzufolge um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Klöckner verwies auf den hohen Anstieg und fragte: "Wo endet das, wenn wir jetzt nicht eingreifen?" Dort, wo viele Wölfe lebten und der Bestand nicht gefährdet sei, müsse jetzt dringend ein regionales Bestandsmanagement her, forderte die Agrarministerin. Bislang dürfen nur solche Wölfe geschossen werden, die mehrfach nachweislich Schutzmaßnahmen überwunden und beispielsweise Schafe getötet haben.