Wie die Zeitung am Samstag unter Berufung auf Quellen im Umfeld der Ministerin berichtete, bestreitet Schavan darin den Vorwurf, in ihrer 1980 verfassten Dissertation abgekupfert zu haben. Sie gebe Auskunft darüber, wie sie die Arbeit vor 22 Jahren angefertigt habe.

Ein Sprecher des Bundesbildungsministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Die Ministerin habe stets deutlich gemacht, dass «die Universität Düsseldorf Herr des Verfahrens» sei. Die Heinrich-Heine-Universität darf zum Stand des Verfahrens keine Auskunft mehr geben.

Mitte Oktober war ein erstes vertrauliches Gutachten durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangt, in dem der beauftragte Gutachter Stefan Rohrbacher Schavan nach Medienberichten eine Täuschungsabsicht vorwirft. Dies hatte einen heftigen Streit auch innerhalb der Wissenschaft über Standards, die bei Dissertationen anzulegen sind, ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Schavan ihr Vertrauen ausgesprochen, die Opposition forderte vereinzelt den Rücktritt der Ministerin.

Auch die Düsseldorfer Universität geriet in die Kritik, weil die Voruntersuchung an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Die Uni stellte daraufhin Strafanzeige gegen unbekannt. Die Hochschulspitze hatte betont, dass das Verfahren erst in einem frühen Stadium sei. Die Kommission könne weitere Expertisen und Gutachten einholen und zu dem Ergebnis kommen, dass die Vorwürfe haltlos seien.

Die Arbeit Schavans wird vom Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Uni geprüft. Dieser spricht eine Empfehlung aus, ob die Dissertation aberkannt werden soll.