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60 statt 30.000 Euro: Mann gewinnt bei WM-Tippspiel, Anbieter erklärt Wette für ungültig

Sieben Richtige hatte ein Fußball-Fan vom Bodensee getippt: Bei der Weltmeisterschaft 2018 setzte er in einer Kombiwette auf in der Vorrunde ausscheidende Teams. Er lag richtig, feierte seinen Gewinn - bekommt jetzt aber nur 60 statt der erhofften 30.000 Euro.
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Die Freude währte nur kurz: Weil der Anbieter seine Wette für ungültig erklärt, bekommt ein junger Fußball-Fan für seine richtig getippte Kombiwette bei der Fußball-WM nicht den erhofften Gewinn.  Symbolbild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Freude währte nur kurz: Weil der Anbieter seine Wette für ungültig erklärt, bekommt ein junger Fußball-Fan für seine richtig getippte Kombiwette bei der Fußball-WM nicht den erhofften Gewinn. Symbolbild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Vermeintlicher Wettgewinn: Mann bekommt seinen Jackpot nicht: Der 24-jährige Alexander K. vom Bodensee dachte, die Wette seines Lebens gemacht zu haben: Er tippte, welche Mannschaften es nicht ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft schaffen würden. In der Kombi-Wette setzte er 60 Euro auf Tunesien, Südkorea, Costa Rica, Nigeria, Peru, Iran und Ägypten.


Screenshot von angekündigter Auszahlung


Das Ergebnis: Alle sieben Tipps waren korrekt! Alexander K. wurde auf der Website des Wettanbieters eine mögliche Auszahlung von 27.804,64 Euro in Aussicht gestellt. Sein vermeintlicher Gewinn wurde medial bekannt, weil der 24-Jährige einen Screenshot der angekündigten Auszahlung an das Münchner Medium "tz.de" schickte.

Doch die Freude währte nur kurz: Wie das Online-Portal berichtet, wurde die Wette des jungen Mannes bereits am 25. Juni, am Tag des letzten Gruppenspiels des Irans storniert und für ungültig erklärt.


Gutschrift abgelehnt


Der Wetteinsatz von 60 Euro wurde ihm umgehend gutgeschrieben. Aus Protest hat er ihn sich bis heute nicht auszahlen lassen. Insgesamt hätte sich der Gewinn auf mehr als 30.000 Euro belaufen, da der junge Fußball-Fan neben der Kombiwette zwei weitere Wetten für sich entschied.

Auf eine wütende Mail des 24-Jährigen an den Wettanbieter "Unibet", antwortete das Unternehmen. Man verstehe, dass er über den Ausgang der Wette frustriert sei. Jedoch sei "Unibet" ein Fehler bei der Wette unterlaufen. Deshalb wurde diese umgehend storniert. Anschließend folgte noch ein Verweis auf die Geschäftsbedingungen. Diese besagen wohl, dass es sich der Wettanbieter vorbehält, eine Wette nach eigenem Ermessen teilweise oder vollständig für ungültig zu erklären.


"Ausrede und Betrug"


Alexander will diesen Vorfall jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Auf seinem privaten Facebook-Account machte er seinem Ärger Luft: "Für mich ist das eine Ausrede und Betrug". Durch seinen Aufschrei der Empörung meldeten sich sogar zwei weitere "Opfer" des Wettanbieters, die wohl weitaus höheren Summen gewonnen hätten.


Geht der Fußball-Fan gegen den Wettanbieter vor?


Ob und in welchem Umfang Alexander K. rechtlich gegen das Unternehmen vorgehen wird, ist derzeit noch unklar. Hohe Anwaltskosten, ein endloses Verfahren und jede Menge Nerven wären der Preis des Verfahrens, falls sich das Unternehmen vor Gericht durchsetzen würde. Er hofft durch öffentlichen Druck auf "Unibet" etwas erreichen zu können.
red/tu