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Berlin
Landwirtschaftsministerium

Wildtierverbot im Zirkus: Das sind die Pläne der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner

In vielen Zirkussen sind Wildtiere eine Attraktion - doch damit soll in Deutschland bald Schluss sein. Zumindest für einige Tierarten. Das plant das Landwirtschaftsministerium. 
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Wildtiere sind in Zirkussen noch immer ein Zuschauermagnet und ein beliebter Programmpunkt. Doch oft wird der Umgang mit ihnen kritisiert. Nun gibt es Pläne, die Haltung einiger Wildtierarten in Zirkussen zu verbieten. 

Offenbar will sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) um Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dafür einsetzen. Die Pläne für ein Verbot gehen aus einem "Rohentwurf für eine Verordnung" hervor, wie der "Spiegel" berichtet.  

Verbot wegen mangelhafter Tierhaltung geplant

Darin wird ein "Verbot der Haltung bestimmter Wildtierarten" angestrebt. Konkret geht es dabei um Tiere, die bei den Vorführungen zwar gezeigt werden, jedoch kein entsprechendes Training erhalten haben. Somit entfalle der Aspekt physischer und kognitiver Forderung der Tiere. Wie der Spiegel schreibt, werden dabei Giraffen, Nilpferde und Nashörner als Beispiele genannt.

Die Gründe für das geplante Verbot sind demnach vielfältig und hängen mit dem Wohl der Tiere zusammen. So verursacht unter anderem das Beisammensein mit Menschen bei einigen Tieren Stress.

Als problematisch werden außerdem auch die Lebensbedingungen der Tiere angesehen. Ständige Ortswechsel - der deutsche Tierschutzbund spricht von durchschnittlich 50 Wechseln des Auftritts-Ortes im Jahr - sind nicht förderlich für die Gesundheit der Tiere. Hinzu kommen teils mangelnde Platzverhältnisse. 

Umsetzung der Pläne noch ungewiss 

Neben dem geplanten Verbot will das Ministerium von Julia Klöckner (CDU) offenbar auch eine "Festlegung von Mindestanforderungen an die Haltung aller Tiere im Zirkus" vorlegen.

Wie die Pläne umgesetzt werden, ist nach aktuellem Stand noch unklar. "Dokumentiert ist im Ministerium bisher nur die Absicht, an der Umsetzung wird noch gearbeitet", schreibt das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Auf dessen Anfrage erklärte das Ministerium, dass die Verordnung bis Ende August vorliegen solle. 

Auch interessant: Auch außerhalb von Zirkussen werden Tiere immer wieder schlecht behandelt. Erst kürzlich wurde ein Haustier mehrere Tage im Müll zurückgelassen.

kyw