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Einkommen

Wie viel verdient mein Hausarzt? Große Unterschiede in den verschiedenen Fachbereichen

Immer noch werden händeringend Hausärzte gesucht - vor allem auf dem Land. Dabei gilt das Einkommen dieser Berufsgruppe im Vergleich zu "Normalverdienern" als besonders hoch. Doch es gibt große Unterschiede in den verschiedenen Fachbereichen. Wir klären auf, wie viel ein Hausarzt wirklich verdient.
 
Wie viel Geld bleibt meinem Hausarzt am Ende des Monats und wie viel Bruttogehalt verdient er? Wir klären auf. Symbolbild: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Wie viel Geld bleibt meinem Hausarzt am Ende des Monats und wie viel Bruttogehalt verdient er? Wir klären auf. Symbolbild: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Ob Husten, Schnupfen, Kopf- oder Bauchschmerzen - der erste Ansprechpartner bei solchen Beschwerden ist meist der Hausarzt. Allgemein gelten Ärzte in Deutschland als Topverdiener. Doch wie viel Geld bleibt den Inhabern einer eigenen Praxis am Ende des Monats überhaupt noch und ist das wirklich so viel mehr als beim Durchschnittsverdiener?

Zahl der Hausärzte sinkt weiter

Die Zahl der Hausärzte in Deutschland ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken: Im Jahr 2019 hat es laut statista rund 45.500 Hausärzte gegeben, in diesem Jahr ist die Zahl sogar noch weiter abgefallen. Im Vergleich zu 2005 (über 53.000) ist das ein Verlust von fast 20 Prozent. Aber wieso wird die eigene Praxis der Allgemeinmedizin immer unbeliebter?

Große Unterschiede im Verdienst zwischen den verschiedenen Fachbereichen

Ein Grund dafür könnten die großen Unterschiede bei den Einnahmen und Aufwendungen zwischen den verschiedenen Fachgebieten sein. Das statistische Bundesamt (StBA) hat in einer Erhebung aus dem Jahr 2015 festgestellt, dass die mit Abstand am besten verdienenden Ärzte mit eigener Praxis im Fachbereich Radiologie tätig sind.

Sie erhalten mit 850.000 Euro im Jahr den höchsten Reinertrag, gefolgt von Augenärzten mit 370.000 Euro und Orthopäden mit 310.000 Euro. Niedergelassene Allgemeinmediziner - die neben den in einer ärztlichen Kooperationsgemeinschaft angestellten Medizinern einen Großteil der Hausärzte ausmachen - rangieren mit einem durchschnittlichen Reinertrag von 227.000 Euro im Jahr eher abgeschlagen auf dem neunten Platz. Noch weniger verdienen zum Beispiel Neurologen (180.000 Euro Reinertrag).

Wie berechnet sich der Reinertrag?

Doch auch wenn umgerechnet knapp 19.000 Euro im Monat, die ein Allgemeinmediziner durchschnittlich verdient, immer noch sehr hoch klingen, ist der Reinertrag nicht mit dem tatsächlichen Nettoeinkommen des Mediziners gleichzusetzen: Der Reinertrag bezeichnet zunächst nur die Differenz von Einnahmen und Aufwendungen. "Er stellt das Ergebnis des Geschäftsjahres der Praxis dar, berücksichtigt aber unter anderem nicht Aufwendungen für Praxisübernahme und Aufwendungen privater Natur für die Alters-, Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Krankenversicherung der Praxisinhaber und deren Familienangehörigen sowie die Beiträge zu Versorgungseinrichtungen der Praxisinhaber", heißt es in der Pressemitteilung des StBA. Diese Kosten müssten noch von dem ausgerechneten Reinertrag abgezogen werden.

Tatsächlicher Nettoverdienst oft weitaus weniger hoch

Laut arzt-wirtschaft.de könnte es dann durchaus der Fall sein, dass einem Arzt am Ende des Monats nur noch rund 5.000 Euro netto übrig blieben - dafür arbeite er aber auch 60 Stunden pro Woche, habe deutlich weniger Urlaub und müsse in der Regel von seinen Einnahmen auch noch den Kredit für die eigene Praxis abbezahlen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände klinge der Betrag dann wohl doch nicht mehr ganz so utopisch.