• Änderungen 2022 für Mieter und Vermieter: Das kommt in diesem Jahr noch auf uns zu
  • Mietpreisbremse bleibt: Bis 2029 verlängert
  • Mietspiegelpflicht tritt in Kraft: Ab Mitte 2022
  • CO2-Abgabe ist 2022 gestiegen: Wird ab jetzt zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt
  • Teilwarmmiete und Heizkosten: Das kommt in diesem Jahr noch

Unter der neuen Ampelkoalition aus den Grünen, der FDP und der SPD soll sich 2022 sowohl für Vermieter*Innen als auch für Mieter*Innen einiges ändern. Angefangen bei den Heizkosten, über die Wohnungsmarktberuhigung bis hin zu den Energiekostenzuschüssen. Trotzdem hält der DMB Mieterverein München die aktuelle Wohnsituation in Deutschland für ein „riesiges Problem“.

Mietpreisbremse soll bis 2029 bestehen bleiben

Die bislang größte Änderung ist die sogenannte „Mietpreisbremse“, die von der Ampelkoalition verlängert worden ist. Geplant ist, dass sie sogar bis 2029 gelten soll. Die Mietpreisbremse sorgt dafür, dass Vermieter*Innen bei einer Neuvermietung die Miete nur um einen festgelegten Prozentsatz erhöhen dürfen. Das kommt gerade den Mieter*Innen zugute, die einen neuen Mietvertrag unterschreiben wollen oder werden. 

Gemeinsam mit der Mietpreisbremse geht die „Ampel“ auch die sogenannte Kappungsgrenze an. Dadurch könnten Vermieter*Innen in Gebieten mit einer besonders schwierigen Wohnsituation die Miete um höchstens 11 Prozent in einem Zeitraum von drei Jahren erhöhen, anstatt wie bislang um 15 Prozent.

Damit werde auch Mietern geholfen, die keinen neuen Mietvertrag unterschreiben, meint der Mieterverein. Dennoch sei 11 Prozent „zu viel“. Der Betrag müsse noch weiter sinken, so der DMB. 

Mietspiegelpflicht tritt Mitte 2022 in Kraft 

Mitte des Jahres kommt die „Mietspiegelpflicht“. Die besagt, dass in Städten ab einer Einwohnerzahl von 50.000 ein Mietspiegel erstellt werden muss. Der legt fest, wie hoch die durchschnittliche Miete pro Stadtteil sein darf. Ab einer Einwohnerzahl von 100.000 Einwohnern muss ein "qualifizierter" Mietspiegel erstellt werden. Der basiert auf wissenschaftlichen Standards, anders als der herkömmliche Mietspiegel. 

CO2-Abgabe wird aufgeteilt 

Im neu geschlossenen Koalitionsvertrag der Ampel steht: Bei Heizungen, die auf fossile Brennstoffe zurückgreifen, sollen die CO2-Abgaben zwischen Mieter*Innen und Vermieter*Innen aufgeteilt werden. Die Co2-Abgabe steigt ab dem 1. Januar 2022 auf 30 Euro pro Tonne CO2. Damit wird die Kilowattstunde Erdgas um 0,1 Cent und ein Liter Heizöl um 1,5 Cent teurer. Mit Beginn des 1. Juni 2022 gilt zudem für die Aufteilung zwischen Vermieter*Innen und Mieter*Innen ein Stufenmodell, das sich nach den Gebäudeenergieklassen richten soll. Ist das Stufenmodell zu diesem Zeitpunkt noch nicht final beschlossen, plant die Regierung eine Kostenaufteilung zu jeweils gleichen Teilen. 

Umstieg auf Teilwarmmiete beschlossen?

Ähnlich wie die Co2-Abgabe soll auch das Modell der „Teilwarmmiete“ Anwendung finden. Bei der Teilwarmmiete müssen Vermieter*Innen ihre Wohnungen beheizt anbieten. Sie müssen also ein Mindestmaß an Wärmeversorgung selbst leisten und auch dafür aufkommen. Zusätzlicher Energiebedarf wird wie bisher von den Mieter*Innen bezahlt. Die FDP reichte einen ersten Entwurf für ein Teilwarmmiete-Gesetz bereits ein, scheiterte aber am Bauausschuss. 

Heizkosten sollen übersichtlicher werden

Mieter*innen sollen mit einer neuen Heizkostenverordnung einen genauen Überblick über entstandene Kosten bekommen. Sollte ein entsprechendes Fernablese-Messgerät verbaut sein, sind Vermieter*Innen dazu verpflichtet, die Mieter*Innen über den Energieverbrauch von Heizung und Warmwasser zu informieren. Die Informationen können entweder per Brief, Mail oder auf einer Online-Plattform bereitgestellt werden. Sind noch keine Fernablesegeräte installiert, gilt für Vermieter*Innen eine Nachrüste-Pflicht bis spätestens 2026.

Überblick über die Änderungen 2022: