Der Sommer 2021 ist bisher eher enttäuschend: Statt Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ist es seit Wochen regnerisch und verhältnismäßig kalt. Die ersten Prognosen für den August sahen da nicht anders aus. Nun könnte aber doch eine Trendwende in Sicht sein - zumindest eine kleine.

Während in Südeuropa eine lebensgefährliche Hitzewelle mit bis zu 47 Grad und zahlreichen Waldbränden wütet, hält sich über Zentraleuropa kalte Luft. Grund dafür ist der Jetstream, wie Wetterexperte Dominik Jung erklärt. Er schottet unter anderem Deutschland von der heißen Saharaluft im Süden ab. Normalerweise gilt der August mit den sogenannten Hundstagen als heißeste Zeit des Jahres. Dieses Jahr hatten wir dagegen einen "echten Kaltstart in den Hochsommermonat", so Jung.

Kaltstart im August 2021: So stehen die Wetterprognosen für den Hochsommer

Laut dem Vorhersagemodell des US-Wetterdienstes NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) wird der August dieses Jahres ein bis zwei Grad kälter als normal. Aber was ist eigentlich normal für den August? Wie das Portal wetter.com erklärt, liegt der Richtwert für den Sommermonat bei 16,5 Grad. Das ist das langjährige Mittel, das aus den Temperaturen von 1961 bis 1991 ermittelt wurde. Auch kräftige Gewitter und zum Teil Unwetter sind für den August gewöhnlich, gleichzeitig werden aber laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auch 200 Sonnenstunden im Monat erwartet - das könnte dieses Jahr knapp werden.

Bis zum Ende der ersten Augustwoche wird sich das ungemütliche Wetter bei uns noch halten. "Stabiles Sommerwetter ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht und auch nächste Woche ist keine stabile Großwetterlage zu erwarten", so Jung. Auch der DWD sieht in nächster kein beständiges Sommerhoch voraus. "Hitze über 30 Grad liegt in weiter Ferne und selbst die 25-Grad-Marke - Definition für einen Sommertag - wird nur im Osten gebietsweise knapp überschritten", sagte ein DWD-Meteorologe der dpa.

Es bleibt vorerst wechselhaft und immer wieder kann es zu Schauern und Gewittern kommen. Örtlich ist auch weiterhin Starkregen möglich, das könne laut Jung auch erneut die Flutgebiete treffen. Die Temperaturen steigen trotz unbeständigen Wetters auf 24 bis 25 Grad, im Süden Deutschlands erwarten die Wetterexperten von wetter.de sogar nur um die 20 Grad. In der zweiten Augustwoche sagt Dominik Jung Besserung voraus: Ab Dienstag wird es freundlich und vor allem trockener, Mitte der Woche könne es am Rhein sogar kurzzeitig 30 Grad geben. "Aber diese Wärme hält nicht sehr lange an. Es wird danach direkt wieder wechselhafter und kühler", so Jung.

August könnte ohne Hitzewelle enden

Der August könne damit in Deutschland ohne größere oder auch kleinere Hitzewelle enden. Die Prognose von wetter.de sagt allein für Mitte August sommerliche Temperaturen voraus. Der Osten und Westen könnten dann die 30-Grad-Marke knacken, im Süden bleibt es dagegen um die 28 Grad. Gleichzeitig werden für diese kleine Wärmeperiode aber auch von Niederschlag begleitet. Auch die Mittelfristprognose des DWD stellt für den 12. August landesweit Temperaturen von 25 bis 30 Grad voraus. Am Tag darauf soll es jedoch schon wieder bergab gehen.

Dass die extreme Hitze ausbleibt und insbesondere, dass die Hitzewelle aus Südeuropa nicht zu uns zieht, hat aber ja auch etwas Gutes. Ein paar angenehme Sommertage werden wir voraussichtlich trotzdem noch genießen können. Ob der typische Hochsommer in diesem Jahr komplett ausfällt, ist aber noch nicht komplett sicher. Laut einem DWD-Experten liege das derzeit "noch im Bereich der Glaskugel".

Ganz aufgeben will auch der RTL-Meteorologe Björn Alexander den Sommer 2021 nicht. "Der August ist in Sachen Sommer natürlich immer für eine heiße Überraschung gut", so Alexander auf wetter.de. "Auf der anderen Seite müssen die Wetterlagen solche Heißluftvorstöße aber auch zulassen. Und da scheint der August 2021 noch nicht so richtig mitspielen zu wollen." Die Entwicklung der Wettermodelle bleibt es also erstmal abzuwarten. "Sollte sich aber bis um den 10. August herum nichts Maßgebliches bei den Vorhersagen in Sachen Hitze und Sommerhoch entwickeln, dann müssten wir unsere Hoffnungen wohl eher auf den Spätsommer fokussieren."