• Sommer-Prognose 2021: Meteorologen überraschen mit ihren Vorhersagen 
  • Der Juni bringt Sahara-Hitze und ist ungewöhnlich heiß
  • Aber: Wetter-Experten sprechen vom "großen Knall"
  • Werden noch mehr Unwetter folgen?
  • Welche Wetter-Prognose 2021 geben Experten ab?
  • Das sagen die verschiedenen Wettertrends für den Juni 2021

Die Frühlingsmonate 2021 war enttäuschend: niedrige Temperaturen, Regen und Unwetter - und auch der Sommer könnte in Deutschland anders verlaufen als erhofft. 2020 war das wärmste Jahr in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Allein in den vergangenen zwanzig Jahren hat Deutschland zehn solcher Rekordsommer erlebt und auch für 2021 deuteten die Prognosen darauf hin, dass uns extreme Hitzewellen und Trockenheit erwarten würden - neue Daten sorgen nun für eine Überraschung.

Sommer 2021 in Deutschland: Sahara-Luft bringt erste Hitzewelle

Eine Hitzewelle rollte über Deutschland. Vielen Regionen Deutschlands sind im Juni 2021 von Temperaturen bis zu 35 Grad und mehr geprägt. Viele Menschen leiden unter den enormen Temperaturen. Doch die heißten Tage und Nächte werden immer wieder von heftigen Unwettern durchbrochen. Ortsweise "knallt" es - Gewitter, Starkregen und heftige Böen ziehen ebenfalls über etliche Regionen hinweg. 

Vor allem der Juni war - wie von Meteorologen Dominik Jung angekündigt - ungewöhnlich heiß. Hoch Yona brachte heiße Luft aus dem Südwesten Europas und aus der Sahara nach Deutschland. Deshalb wurden viele Tage heiß im Freistaat und in ganz Deutschland. Der Juni wird damit wohl zum Rekord-Monat:  Er sei 3,5 Grad wärmer als im langjährigen Klimamittel. "Mit der Hitze kommt auch die große Schwüle", teilt Jung mit. Das führe zu einem heftigen Wetterwechsel. Gewitter und Unwetter stehen laut dem Meteorologen auf dem Programm. Trotzdem: Der Juni war bisher heiß, wie lange nicht. Dominik Jung erklärt: "Seit 1881 hat es in Deutschland in einem Juni noch nie 40 Grad gegeben."

Laut der Sommer-Prognose des amerikanischen Wetterdienstes NOAA ist Deutschland auf der Wetterkarte zum ersten Mal seit langem größtenteils weiß statt rot oder orange eingefärbt. Ein Grund zur Sorge? Im Grunde nicht, denn die Farben der Karte zeigt lediglich die Temperaturabweichungen im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Sprich: Der Sommer 2021 wird voraussichtlich durchschnittlich.

Weitere Sommer-Prognose 2021: Wird es insgesamt doch kälter als erwartet? 

Im Vergleich zu den "Horrorsommern" der vorigen Jahre könnte das vielen Menschen natürlich kühler vorkommen. Wie die Experten des Portals severe-weather.eu erklären, sind die Temperaturen in diesem Jahr weltweit zwar noch immer höher als "normal", aber "überraschend niedrig" über die vergangenen zehn Jahre gesehen. Was erwartet uns also, wenn für diesen Sommer von Durchschnittstemperaturen die Rede ist?

Laut wetter.de liegt die Temperatur in Deutschland in den Sommermonaten im Schnitt zwischen mindestens 16 und 18 Grad Celsius. Die Höchsttemperaturen im August liegen dagegen je nach Region bei etwa 22 oder 23 Grad Celsius. "Vielleicht einfach mal wieder ein Durchschnittssommer, den wir in Zeiten des Klimawandels gar nicht mehr gewohnt sind", so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net im Gespräch mit BILD. Neuere Berechnungen des NOAA vom 7. Juni zeigen Deutschland auf der Karte außerdem wieder zum größten Teil orange eingefärbt, also mit Temperaturen zwischen 0,5 bis 1 Grad Celsius "zu warm".

Obwohl es möglicherweise weniger heiß wird, bleibt es dabei trocken. Jung rechne vor allem im Südosten mit Trockenheit, im Norden eher mit normalen Regenmengen. Auch sever-weather.eu interpretiert die Prognosen des US-Wetterdienstes sowie des britischen Met Office ähnlich.

Weichenstellung in zweiter Juni-Hälfte: Droht doch noch der "U-Boot-Sommer" 2021?

Wie immer beim Wetter sind die Vorhersagen jedoch mit Vorsicht zu genießen. "Das sind alles nur Trends. Niemand sollte seinen Urlaub danach planen", meint auch Wetterexperte Jung. Der Klimatologe Karsten Brandt zeigte sich beispielsweise gegenüber BILD wesentlich optimistischer. Es bleibe laut Brandt noch etwas Zeit für eine große Umstellung. Die Prognose des deutschen Portals wetter.de spricht ebenfalls von einer "entscheidenden Weichenstellung" in der zweiten Juni-Hälfte. Derzeit zeige die Hitzeprognose bis August nur sehr vereinzelte Heißluft-Vorstöße. Dennoch: Temperaturen um die 30 Grad Celsius seien möglich. Die Schafskälte sei aber auch noch nicht ganz aus dem Rennen.

Mitte Juni könnten die Temperaturen dadurch von fast 30 Grad unter 15 Grad Celsius fallen. In ganz Deutschland drohe dann ein "U-Boot-Sommer", die Sommertemperaturen  tauchen also erstmal ab. Die Höchsttemperaturen bleiben demnach - ähnlich der Prognose des Durchschnittssommers - zwischen 15 und 23 Grad. Dem aktuellen Trend zufolge müssten wir uns bis zum letzten Juli-Drittel gedulden, bis die Temperaturen wieder über 25 Grad oder sogar 30 Grad steigen. Besonders im Osten und Süden kann es jedoch bis in den August immer wieder zu Temperaturstürzen kommen.