Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) betrachte diese Tendenz «mit Sorge», hieß es. «Wir müssen die rechte Szene im Auge behalten und den Fahndungsdruck weiter intensivieren.» Dies hätten gerade auch die lange in ihrer Fremdenfeindlichkeit nicht erkannten Aktivitäten der Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) gezeigt. Dazu gehörten der lückenlose Erkenntnisaustausch und die enge Abstimmung der Sicherheitsbehörden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland nannte die Zahl rechter Straftaten «besorgniserregend». Präsident Dieter Graumann sagte dem in Berlin erscheinenden «Tagesspiegel» (Dienstag): «Gerade auch im Lichte der NSU-Erkenntnisse muss man realisieren, dass hinter diesen bloßen Zahlen allzu oft nur der pure Menschenhass steht. Ein derart großer Anstieg fremdenfeindlicher und antisemitischer Delikte sollte uns daher alle zum Handeln bewegen.» Graumann forderte einen effektiveren Kampf gegen Rechtsextremismus.