Die promovierte Juristin Dr. Ruja Ignatova (41) soll eine Kryptowährung namens "OneCoin" gegründet, beziehungsweise erfunden und Investoren auf der ganzen Welt um ihr Geld betrogen haben.

Die Schadenssumme beläuft sich auf mindestens 88 Millionen Euro.

Krypto-Königin Ignatova wird international gesucht: Sie veruntreute Millionen

Der weltweite Schaden betrage laut polizeilicher Schätzungen sogar mehrere Milliarden US-Dollar. Tatsächlich ist die angebliche Währung wertlos. Nun wird international nach Ignatova gefahndet.

Seit dem 25. Oktober 2017 ist die mutmaßliche Betrügerin untergetaucht und ist seither nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten - auch nicht im Zusammenhang mit ihrer Währung "OneCoin".

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen vermutet, dass sich die Tatverdächtige bei Unterstützern aufhalte und das wahrscheinlich im Ausland. Deshalb wird nun Europol und Interpol in die Fahndung mit einbezogen.

So sieht Ignatova aus:

  • Körpergröße von 1,63 Metern
  • Dunkle Haare, braune Augen
  • Bis 2017 ein Muttermal auf der Nase
  • Eine operative Veränderung ihres Aussehens könne möglich sein
  • Haarfarbe könnte verändert sein
  • Spricht Deutsch, Englisch und Bulgarisch

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Flüchtigen führen, sind 5.000,00 Euro Belohnung ausgesetzt. Hinweise sollen dem LKA unter der Telefonnummer +49 211 939 6644 oder an eine beliebige andere Polizeidienststelle gemeldet werden. Die Polizei NRW empfiehlt, nicht mit der Flüchtigen zu sprechen, da sie bewaffnet sein könne und weitere Fluchtgefahr bestehe.

Einem ZDF-Bericht zufolge gründete Ignatova 2014 zusammen mit ihrem Geliebten Sebastian Greenwood die Kryptowährung, wie ZDF berichtet. Ihr Ziel sei es, die führende Kryptowährung weltweit zu erschaffen und somit die Konkurrenz BitCoin auszustechen. 

Ignatova: Das war ihre perfide Masche

Der Wert, den die Pseudo-Währung laut eigener Website hat, ist frei erfunden und absolut wertlos. Die Investoren waren also überzeugt, dass die gekauften Coins sehr viel wert seien und in Kürze damit zahlen können. Jedoch öffnete Ignatova das virtuelle Bezahlsystem nie für tatsächliche Zahlungen.

Ignatova bereicherte sich durch ein Schneeball-System, das in Fachkreisen als Multi-Level-Marketing bezeichnet wird. Hierbei wird Investoren, die "OneCoin" anpreisen, eine Provision geboten. Diese Provision wurde ausgezahlt, sofern weitere Investoren gefunden wurden und ihr Geld in die vermeintliche Währung einzahlten. Durch diese Taktik ist "OneCoin" zu einer immer größeren Reichweite gelangt und Investoren haben immer mehr Geld verloren, ohne es zu wissen. 

Anfang 2016 wurden internationale Behörden auf "OneCoin" aufmerksam, weil nach 2 Jahren Existenz der Coins noch nicht mit der Währung gezahlt werden konnte. So begannen sie zu ermitteln. Ab diesem Zeitpunkt dämmerte den Investoren, die ihre Coins auch nicht mehr in echtes Geld umtauschen konnten, dass sie hinters Licht geführt wurden.

Heute einschalten: Der Fall Ignatova bei "Aktenzeichen XY...ungelöst"

Die Suche nach der mutmaßlichen Betrügerin wird Mittwochabend (11. Mai 2022) um 20.15 Uhr in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" thematisiert.