Weimar

In erster deutscher Stadt: Warum der Döner hier nicht mehr Döner heißen darf

"Einen Döner, bitte." Diese Aussage wird in Weimar in Zukunft wahrscheinlich immer weniger zu hören sein. Denn in der Stadt in Thüringen darf das beliebte Fleisch im Fladenbrot in bestimmten Fällen nun nicht mehr Döner heißen.
Artikel drucken Artikel einbetten
In Weimar darf der Döner nicht mehr Döner heißen - denn für diesen gelten strenge Bedingungen in der Zusammensetzung des Fleisches. Symbolbild: FreeToUseSounds/pixabay.com
In Weimar darf der Döner nicht mehr Döner heißen - denn für diesen gelten strenge Bedingungen in der Zusammensetzung des Fleisches. Symbolbild: FreeToUseSounds/pixabay.com

Der Döner ist in den meisten Imbissen in Weimar wohl bald Geschichte. Denn dafür, dass das Fleisch Döner genannt werden darf, gelten strenge Bestimmungen in Sachen Zusammensetzung und Zusatzstoffen.

Die Weimarer Lebensmittelüberwachung will nun den bereits vor über 20 Jahren festgelegten Beurteilungsmaßstab der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission durchsetzen und die Bezeichnung Döner unter diesen Voraussetzungen in den Imbissen verbieten.

Zusammensetzung des Dönerfleisches im deutschen Lebensmittelbuch genau definiert

Nach den Leitsätzen für Fleisch- und Fleischerzeugnisse des deutschen Lebensmittelbuchs besteht ein "Döner" oder "Döner Kebap" üblicherweise aus dünnen Fleischscheiben vom Schaf und/oder Rind, die im Wechsel mit einer Hackfleischmasse auf einen Drehspieß aufgesteckt sind. Der mitverarbeitete Hackfleischanteil aus grobem Rindfleisch oder Schaffleisch darf demnach höchstens bei 60 Prozent liegen. Auch die weiteren Zusätze sind streng geregelt: Ausschließlich Salz, Gewürze, Eiern, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt dürfen im Dönerfleisch enthalten sein.

In den meisten Fällen aber können die Imbisse diese Regelungen nicht einhalten, weshalb das beliebte Fleisch nicht als Döner bezeichnet werden darf, sondern Drehspieß genannt werden muss. Dabei ist das Wort Drehspieß aber eben sogar lediglich die deutsche Übersetzung des türkischen Wortes Döner.

Laut dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit müsse, wenn die Produkte erheblich von der vorgeschriebenen Zusammensetzung abweichen und beispielsweise noch weitere Zusatzstoffe enthalten, eine umfassende beschreibende Bezeichnung gewählt werden. Das würde eine Verwechslung mit dem qualitativ hochwertigeren Produkt Döner ausschließen und Kunden eine Unterscheidung erleichtern.

Zusammensetzung für Fleisch-Drehspieße nicht genau festgelegt

Die meisten Drehspieße enthalten hingegen einen deutlich höheren Anteil an zerkleinertem Fleisch und Zusatzstoffen, da fast alle Imbisse ihre Drehspieße nicht mehr selbst herstellen. Das wäre zu kostenintensiv und deutlich teurer für die Kunden. Kosten kommen nun auch auf die Weimarer Betreiber zu, die ihre Karten, Flyer und Tafeln umgestalten und die Begriffe Döner aus dem Wortschatz streichen müssen.

Döner ist eine Berliner Erfindung

Der Döner ist eigentlich eine Berliner Erfindung, angeblich von einem in Deutschland eingesetzten türkischen Gastarbeiter. Das Online-Stadtportal Berlin.de behauptet, Kadir Nurman habe im Jahr 1972 das bekannte und beliebte Fleisch im Fladenbrot erfunden. Auf die Idee kam er durch die vielen Arbeiter, die einen schnellen Snack für Zwischendurch, den man aus der Hand essen kann, bevorzugten.

Verwandte Artikel