Aktuell steigen die Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten deutschlandweit wieder an. Das könnte sich auch auf das diesjährige Weihnachtsfest auswirken. Dabei spielen die steigenden Zahlen eine deutliche Rolle: "Möglich, dass wir mehr als zehntausend neue Fälle pro Tag sehen und dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet“, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. 

Mit den steigenden Zahlen kommen auch weitere Maßnahmen ins Spiel. Zuletzt wurde in einigen Bundesländern das Beherbergungsverbot ausgerufen. Wer aus einem Risikogebiet kommt und keinen negativen Coronatest aufweisen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist, darf nicht einreisen. Sollte das Verbot bis Weihnachten bestehen bleiben, hätten einige Familien sicherlich Schwierigkeiten, wie gewohnt Weihnachten zusammen zu verbringen.  

Weihnachten trotz Pandemie: Mehrheit ist zuversichtlich

Dass viele Menschen in Deutschland allerdings zuversichtlich sind, Weihnachten trotz Pandemie gemeinsam verbringen zu können, zeigt eine aktuelle Befragung  des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey.

54,7 Prozent der 5052 Befragten gaben an, die Zusammenkunft an Weihnachten nicht gefährdet zu sehen. Beobachtet man nur die jüngere Altersgruppe von 18 bis 29 ist das Gegenteil zu erkennen: Über 40 Prozent sind hier besorgt, das Weihnachtsfest nicht wie gewohnt mit der Familie verbringen zu können. 

Sollten über die Feiertage tatsächlich aufgrund höherer Infektionszahlen Verschärfungen kommen, wirkt sich das nicht nur auf Privatpersonen mit ihren Familien aus, sondern auch auf Kirchen. Diese würden sich allerdings schon darauf vorbereiten: "Viele Gottesdienste werden im Freien stattfinden: auf den großen Plätzen in den Städten, im Stadion oder im Autokino. Aber auch Waldgottesdienste und Pilgergottesdienste sind geplant“, so der Sprecher der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), Carsten Splitt gegenüber der Morgenpost.

Weihnachten mal anders: Rituale "durchpusten"

Kristian Fechtner, Professor für Praktische Theologie an der Universität Mainz, sieht für das diesjährige Weihnachtsfest noch eine ganz andere Chance und fügte hinzu: "Manche vertraute Rituale sind ja sehr festgezurrt. Es ist für manche Menschen vielleicht auch eine Entlastung und Befreiung, wenn diese Rituale einmal durchgepustet werden."