Ab 1. Juni soll der Tankrabatt die Deutschen an den Zapfsäulen entlasten. Doch bereits im Vorfeld wird in Frage gestellt, ob die Entlastung überhaupt bei den Verbraucher*innen ankommen wird. Unter anderem, da die Preise jetzt bereits zu hoch sind, als es der Ölpreis oder Dollarkurs rechtfertigen. 

Wie nun auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gewarnt hat, könnte sogar das Gegenteil der Fall sein: Es ist nicht zu auszuschließen, dass der Tankrabatt zu höheren Spritpreise führen könnte. Habeck betonte zwar im Gespräch mit RTL/ntv, dass der beschlossene Tankrabatt "direkt" bei den Menschen ankäme, allerdings erst später.

Tankrabatt ab 1. Juni: Benzin und Diesel könnten erstmal teurer werden

"Klar ist auch eine Situation denkbar, dass jetzt alle in der letzten Woche im Mai nicht mehr tanken und dafür alle am ersten Juni zur Tankstelle fahren", sagte der Minister. Dann sei die Nachfrage noch viel größer und "das Benzin wird auf einmal ein noch kostbareres Gut und dann haben wir den Preis gesenkt, aber in Wahrheit geht er nach oben."

Auch die Tankstellenbranche hat bereits vor diesem Effekt gewarnt. "Der Run auf die Tankstellen wird historisch", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Freier Tankstellen, Duraid El Obeid, der "Wirtschaftswoche". Im Gegenzug könnte es zu Engpässen bei Kraftstoffen und steigenden Preisen kommen. Experten raten daher dazu, mit dem Tanken nicht bis zum 1. Juni zu warten. Im schlimmsten Fall, steht man dann vor einer leeren Zapfsäule.

Sollte die Preise für Diesel und Benzin durch den Tankrabatt steigen, läge dies am Marktgeschehen und würde sich "dann auch wieder beruhigen", so Habeck. Der Bundeswirtschaftsminister betonte außerdem, dass sich der Ölpreis durch Spekulationen am Markt bilde, momentan vor allem ausgelöst durch "Putins Krieg". "Wer sauer wegen der hohen Preise an den Tankstellen ist, der sollte zurecht sauer auf Putin sein, da kommt das alles her", sagte Habeck.

Der Tankrabatt tritt ab dem 1. Juni 2022 in Kraft und gilt für drei Monate. Die Vergünstigung läuft über die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Laut Bundesfinanzministerum soll Benzin damit - in der Theorie - um rund 35 Cent günstiger werden und Diesel um rund 17 Cent.