Berlin

Wegen Rentenerhöhung: 48.000 Rentner werden 2019 steuerpflichtig

Kommendes Jahr müssen laut einem Bericht voraussichtlich 48.000 Rentner Steuern zahlen - als unmittelbare Folge der Rentenerhöhung. Grund: Nach der Erhöhung überschreiten mehr Rentner das steuerfreie Existenzminimum.
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2019 werden voraussichtlich rund 48.000 Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erstmals steuerpflichtig Foto: Oliver Berg/dpa
2019 werden voraussichtlich rund 48.000 Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erstmals steuerpflichtig Foto: Oliver Berg/dpa

2019 werden voraussichtlich rund 48.000 Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erstmals steuerpflichtig.

Nach Regierungsangaben müssten im kommenden Jahr rund 4,98 Millionen Senioren Steuern zahlen - fast doppelt so viele wie im Jahr 2005. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Rentenexperten Matthias Birkwald hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) vorliegt.

Nach Rentenerhöhung übersteigen mehr Rentner das steuerfreie Existenzminimum

Hintergrund der Prognose ist das für 2019 erwartete Rentenplus von 3,2 Prozent in Westdeutschland sowie 3,9 Prozent in Ostdeutschland. Als Folge der Erhöhung werden mehr Rentner das steuerfreie Existenzminium überschreiten. Das Finanzministerium rechnet mit Steuermehreinnahmen von 410 Millionen Euro.

Nachgelagerte Rentenbesteuerung gilt seit 2005

Seit 2005 gilt die sogenannte nachgelagerte Rentenbesteuerung. Schon damals wurden auf einen Schlag mehrere zehntausend Rentner steuerpflichtig. Welcher Anteil der Rente besteuert wird, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Bei Rentnern, die 2005 oder vorher in Rente gegangen sind, sind 50 Prozent der Altersbezüge steuerpflichtig. Bei Neurentnern des Jahres 2019 werden es 78 Prozent sein. Ab 2040 werden die gesetzlichen Renten komplett besteuert.

Birkwald sagte dem RND, die erfreuliche Rentenerhöhung habe eine Kehrseite. Der Linken-Politiker forderte eine angemessene Personalausstattung in den Finanzämtern, damit hier eine sachgerechte Beratung stattfinden könne. Gerade bei Senioren, die ausschließlich oder überwiegend von Renteneinkünften leben, müsse die Mehrzahl derjenigen, die zu einer Steuererklärung verpflichtet seien, dann gar keine Steuern zahlen.