Berlin
Feinstaubbelastung

Wegen Feinstaub: Deutsche Umwelthilfe will Böllerverbot und droht mit Klage

Die Deutsche Umwelthilfe fordert einem Bericht zufolge ein Böllerverbot in deutschen Großstädten. Grund ist die hohe Feinstaubbelastung durch privates Feuerwerk und Böller. Die Umwelthilfe werde dazu die Möglichkeiten einer Klage vor Gericht prüfen.
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Feuerwerksraketen explodieren in der Silvesternacht über der Frauenkirche und der Innenstadt. Foto: Matthias Balk/dpa
Feuerwerksraketen explodieren in der Silvesternacht über der Frauenkirche und der Innenstadt. Foto: Matthias Balk/dpa

Im Kampf gegen Feinstaub prüft die Deutsche Umwelthilfe einem Zeitungsbericht zufolge juristische Schritte für ein Böllerverbot in deutschen Großstädten. "Wir werden den politischen Druck erhöhen", sagte Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch der "Berliner Zeitung" (Montag). Die Umwelthilfe werde alle juristischen Möglichkeiten einer Klage vor Gericht prüfen.

"Das wäre jedoch das letzte Mittel der Auseinandersetzung", sagte Resch. Bevorzugen würde der Umweltverband demnach eine außergerichtliche Einigung mit den Kommunen. Es gehe nicht um ein generelles Verbot, sondern nur in bestimmten Bereichen, zitiert die Zeitung den Umwelthilfe-Geschäftsführer.

Deutsche Umwelthilfe hat Dieselfahrverbote durchgesetzt

Mit Klagen vor Gericht hatte die Deutsche Umwelthilfe bereits in einigen Innenstädten Fahrverbotszonen für bestimmte Dieselfahrzeuge durchgesetzt. Ähnliche Verbotszonen soll es nach den Plänen des Verbandes nun auch für Raketen und Böller in der Silvesternacht geben.

Bereits vor Weihnachten hatte die Umwelthilfe angeregt, Silvester-Feuerwerke aus den Innenstädten zu verbannen und bestimmte Böller zu verbieten.

Die Umwelthilfe hat dem Bericht zufolge die Kommunen mit hoher Luftbelastung aufgefordert, zentrale und professionell gestaltete Feuerwerke außerhalb dieser mit Feinstaub gelasteten Zonen zu veranstalten.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden durch Silvesterfeuerwerke jedes Jahr etwa 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspreche etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.