Sie ist jung, schön und top modern gekleidet - doch das zu einem hohen Preis. Lea-Marie (25) hat in einem TikTok-Video erzählt, dass sie 22.000 Euro Schulden hat. Die zahnmedizinische Fachangestellte will nun andere vor der "Klarna-Masche" warnen.

Außerdem zeigt sie auf, was passiert, wenn man seine Schulden nicht mehr bezahlen kann.

Lea-Marie hat 22.000 Euro Schulden wegen Klarna-Funktion

Die junge Frau sagt zu Beginn des Videos: "Dieses Video richtet sich an Leute, die Schulden haben und diese nicht mehr bezahlen können." Auf ihrem TikTok-Video warnt sie vor dem Prinzip"Kauf jetzt - Zahle später", das für sie zur Falle wurde.

Sie erzählt: "Um das nochmal zusammenzufassen: Ich bin 25, wohne immer noch zu Hause und kann nicht ausziehen, weil ich so viele Schulden gemacht habe. Es sind bei mir ungefähr 22.000 Euro, die ich nur für Klamotten ausgegeben habe."

Mit einem Reporter von RTL spricht sie über die gefährliche Kauflust auf Raten und wie sie aus dem Schuldensumpf herauskommen will.

Nutzer übertrumpfen sich mit Schuldenbergen

Im Netz übertrumpfen sich Nutzer*innen teilweise mit ihren Schuldenbergen. "Wer hat die meisten Schulden?", fragen sie. "5926,46 Euro", schreibt einer, woraufhin eine andere Person antwortet: "Oha. Da könnte ich keine Nacht ruhig schlafen." Ein anderer erwidert: "Richtig gegönnt, was."

Ein anderer kommentiert: "850 Euro. Aber ich hab es im Griff." Laut dem RTL-Beitrag haben 6 Millionen Menschen in Deutschland laut einer Studie der Kreditreform ihre Finanzen nicht im Griff. Sie können also ihre Geldforderungen nicht mehr begleichen. Der Anteil junger Menschen, die sich dabei verschulden, steigt. 

Bei einer zufälligen Befragung in einem Einkaufszentrum gestehen mehrere junge Menschen, dass sie schon Probleme mit der "Später zahlen"-Funktion gehabt hätten.

Wie funktioniert die "Später zahlen"-Funktion?

Viele Shops im Netz lagern den Bezahlvorgang an Dienstleister aus. Sie sind sozusagen die Drehscheibe des Geldes. Sie verlangen es von den Kunden und gehen bei den Händlern oft in Vorleistung und verlangen von ihnen eine Gebühr. Zahlt der Kunde nicht, kümmert sich der Zahlungsdienstleister. Dafür verlangt er recht hohe Verzugszinsen - ein Teufelskreis, vor welchem auch Lea-Marie warnt.

Die TikTokerin erzählt im Interview mit RTL, wie harmlos alles anfing. Sie entdeckte vor drei Jahren Klarna und die Funktion "In 14 Tagen zahlen", welche sie sofort für ihre Shopping-Touren nutzte. Es begann ein regelrechter Kaufrausch. Die junge Frau bestellte in ihrer Hochphase zweimal am Tag Klamotten. Stolz zeigt sie ihre Ausbeute auf Instagram. Die ersten Mahnungen blendet sie einfach aus. "Dann hab ich mir das angeschaut, zerrissen und dann weggeworfen. Ach komm, mach ich dann schon irgendwann, wenn ich dann mal Zeit dafür habe", berichtet sie.

So kamen unfassbare 22.000 Euro Schulden zusammen. "So richtig bewusst geworden ist mir das Ganze erst vor circa einem halben Jahr. Als ich mich mal wirklich hingesetzt habe und mir aufgeschrieben hab, wo ich, wie viele Schulden habe und das mal zusammengerechnet habe. Und dann merkte, okay, das ist viel zu viel. Ich hatte auf jeden Fall Schiss erst mal. Weil mir klar war, dass ich nicht mehr in der Lage bin, das selbst zu bezahlen." Lea vertraute sich daraufhin ihren Eltern an - eine große Erleichterung.

Aus dem finanziellen Schlamassel muss sie jedoch selbst heraus. Sie sei daraufhin zu einer Schuldnerberatung gegangen und es werde aktuell noch geklärt, ob sie in die Privatinsolvenz muss oder ob sie die gesamte Summe auf Raten abbezahlen kann. Und Lea hat sich noch etwas anderes überlegt: Sie verkauft ihre vielen Klamotten wieder über das Internet.

Die Funktion "Jetzt kaufen, später zahlen" gibt es nicht nur bei Klarna, sondern auch bei anderen Anbietern wie Paypal, wie Klarna in einer Stellungnahme zu dem Fall klarstellt.