Das geht aus einer neuen Studie des Forschungsverbunds SED-Staat an der Freien Universität Berlin hervor, für die knapp 7500 Neunt- und Zehntklässler aus fünf Bundesländern befragt wurden. Nur rund die Hälfte der Schüler ordnet den NS-Staat demnach zweifelsfrei als Diktatur ein, in Bezug auf die DDR macht dies sogar nur etwas mehr als ein Drittel. Umgekehrt bezeichnet nur rund die Hälfte der Schüler die alte Bundesrepublik als Demokratie, nur etwa 60 Prozent sind es für das wiedervereinigte Deutschland.

«Das ist erschreckend», sagte Studienautor Klaus Schroeder. «Die Geringschätzung historischen Wissens schlägt hier voll durch. Aber ohne Kenntnisse keine Kompetenzen.» Am besten schnitten die Schüler aus Thüringen und Sachsen-Anhalt ab, am schlechtesten die aus Nordrhein-Westfalen. Berlin und Brandenburg, die bei einer Vorgängeruntersuchung zum DDR-Wissen sehr schlecht abgeschnitten hatten, hatten nicht erneut mitgemacht.