Auf Facebook kursiert derzeit ein Videoclip, der DHL-Kunden sauer machen dürfte: Ein Zusteller wurde dabei gefilmt, wie er Pakete in seinen Transporter schleudert – ohne darauf zu achten, ob der Inhalt dabei zu Schaden kommen könnte. Die Deutsche Post hat nun auf das Video reagiert.

Wie in vielen anderen Supermärkten befindet sich auch im Edeka-Markt an der Hauptstraße von Nordhastedt – einer Gemeinde in Schleswig-Holstein – eine Filiale der Deutschen Post. Im Facebook-Video weisen ein Post- sowie ein DHL-Schild auf den Standort hin. Davor hat ein junger Mann mit einem weißen Lieferwagen geparkt und lädt mehrere Pakete ein. Aber anstatt diese im Wagen aufeinander zu schlichten, wirft er sie mit Schwung in den hinteren Teil des Transporters.

Video zeigt DHL-Lieferant beim Einräumen von Paketen - Kritik auf Facebook

Ein Facebook-Nutzer hat den Vorfall gefilmt und die Seite der Deutschen Post in seinem Beitrag markiert. „Zu sowas hätte ich gerne mal eine Stellungnahme, liebe Deutsche Post!“, schreibt er dazu. Bei dem Zusteller handelt es sich um ein Subunternehmen, das von DHL beauftragt wurde – weshalb der Mitarbeiter nicht in einem klassisch gelben Transporter unterwegs war.

Unter dem Beitrag lassen einige Facebook-Nutzer ihren Frust darüber aus, schon häufiger beschädigte Pakete oder kaputte Ware bekommen zu haben. Fast 1000 Kommentare haben sich bis Freitagabend (11. Februar 2022) bereits angesammelt, das Video hat rund 64.000 Aufrufe. „Habe in letzter Zeit mehrere völlig zerstörte Pakete erhalten. Eines sah aus, wie wenn da jemand drüber gefahren wäre“, regt sich beispielsweise eine DHL-Kundin auf. Oder: „Beliebt ist auch, ein Päckchen so in den Briefkasten zu pressen, dass es weder raus noch reingeht und der Inhalt Matsch ist. Sucht euch einen anderen Job, wenn ihr darauf keinen Bock habt.“

Viele andere User nehmen den Mitarbeiter dagegen in Schutz: "Bezahlt die Leute vernünftig, dann machen sie auch vernünftigere Arbeit. Hauptsache, der Versand kann kostenlos angeboten werden. Wen interessiert, dass die armen Kerle und Mädels teils noch Samstagabend unseren Mist durch die Gegend fahren?“ Ähnlich sieht das ein weiterer Nutzer: „Er wirft Karton auf Karton – was denkt ihr, was da kaputtgeht? Der Mann arbeitet schnell für einen kleinen Stundenlohn, dass ihr eure Ware schnell und billig bekommt.“

User zeigen Verständnis für Post-Mitarbeiter

Mehrere Nutzer, die schreiben, selbst als Zusteller gearbeitet zu haben, bestätigen, dass die Pakete die augenscheinlich "unsanfte Behandlung" unbeschadet überstehen sollten. "Jeder, der sich jemals die Bedingungen durchgelesen hat oder selber mal in dem Job gearbeitet hat, weiß, dass Pakete einen Sturz aus 1 bis 1,5 Metern unbeschadet überstehen müssen! So wie die Pakete von ihm eingeladen werden, ist noch human."

Deutsche Post reagiert auf virales Facebook-Video

Einige der Kommentare richten sich auch direkt an den User, der das Video veröffentlicht hatte, und kritisieren ihn dafür scharf: „Wow, wenn ihr euren Job nicht richtig macht, sollen wir das denn auch direkt auf Facebook posten? Oder direkt bei eurem Chef anrufen? Ihr scheint keine anderen Sorgen zu haben. Natürlich ist es scheiße, wenn Bestellungen kaputt geliefert werden, aber muss man direkt so übertreiben?“ Da der Mitarbeiter ungefragt gefilmt und das Video anschließend online gestellt wurde, könnte sich der User damit selbst strafbar gemacht haben.

Auch die Deutsche Post hat sich nun unter dem Facebook-Post zu Wort gemeldet und bittet um Entschuldigung: „Der im Video zu sehende Vorfall entspricht nicht unseren Servicerichtlinien und der dargestellte Umgang mit Paketen ist absolut inakzeptabel. Wir haben den Fall an die verantwortlichen Kollegen zur Klärung weitergegeben und möchten uns ausdrücklich für das Verhalten entschuldigen.“

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