CSU-Chef Horst Seehofer wird konkreter. Ohne das Ziel der Neuordnung des Länderfinanzausgleichs will er keinen neuen Koalitionsvertrag unterschreiben, versicherte der bayerische Ministerpräsident. Aber wie will Seehofer das in der Praxis umsetzen? Etwa mit einer hauchdünnen schwarz-gelben Mehrheit im Bundestag - bei gleichzeitiger rot-grüner Dominanz im für dieses Vorhaben benötigten Bundesrat? Die Kanzlerin baute am Sonntag im ZDF auch gleich vor: Der Länderfinanzausgleich sei «erst mal Sache der Länder» - auch wenn es bei dem Thema derzeit Ungerechtigkeiten gebe.

Äußerungen von CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder über ein «100-Tage-Sofortprogramm» nach der Bundestagswahl deuten allerdings auch darauf hin, dass der Unions-Frontmann eher eine große Koalition im Blick hat als die Fortsetzung von Schwarz-Gelb. Wie will Kauder sonst die «kalte Progression im Steuerrecht» abmildern - ohne den gemeinsamen Segen von Rot-Grün im Bundesrat? Schon einmal ist Schwarz-Gelb daran gescheitert.