München/Hellenthal/Willingen/Fulda
Ausflugsziele

Verstärkte Kontrollen: Wintersportorte wappnen sich für Feiertag und Wochenende

Beliebte Ausflugsziele und Wintersportorte in Deutschland rüsten sich für einen möglichen Besucheransturm am Feiertag "Heilige drei Könige" (6. Januar) und am folgenden Wochenende. In Bayern wurden verstärkte Kontrollen durch die Polizei angekündigt.
 
Zuletzt hatte es einen großen Andrang auf den Straßen zu Ausflugs- und Skigebieten in Deutschland gegeben.  Das Foto entstand am 2. Januar auf der B500 im Nordschwarzwald.
Zuletzt hatte es einen großen Andrang auf den Straßen zu Ausflugs- und Skigebieten in Deutschland gegeben. Das Foto entstand am 2. Januar auf der B500 im Nordschwarzwald. Foto: Aaron Klewer/Einsatz-Report24/dpa

Ist das die Ruhe vor dem erneuten Ansturm? In vielen deutschen Wintersportorten und an Ausflugszielen blieb es am Dienstag ruhig. Doch schon in den nächsten Tagen könnte sich das ändern.

 Die Wintersportorte und Ausflugsziele in Deutschland haben sich vor dem Feiertag in mehreren Bundesländern am Mittwoch (6. Januar 2021) und dem kommenden Wochenende für neue Besucheranstürme gewappnet. In den Mittelgebirgen war das Wetter weiter winterlich, teilweise fiel auch Neuschnee.

Dreikönigstag: Verstärkte Kontrollen durch die Polizei in Bayern

In Bayern wurden für die besonders beliebten Ausflugsregionen mit Blick auf den Dreikönigstag verstärkte Kontrollen durch die Polizei angekündigt. Auch in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg ist der Mittwoch ein Feiertag.

Die Landesregierung im Südwesten appellierte an die Vernunft der Winter-Ausflügler. Mehrere Landkreise im Schwarzwald wollten angesichts des andauernden Ansturms von Ausflüglern mit der Polizei gemeinsame Maßnahmen gegen Gedränge und Verkehrschaos, wie etwa Straßensperrungen, ergreifen. Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter (CDU) hatte bereits am Montag angekündigt, eine Sperrung der Zufahrtsstraßen zum Brocken in Erwägung zu ziehen.

Im nordhessischen Wintersportort Willingen werden Skipisten, Rodelhänge und Parkplätze am Wochenende für Besucher gesperrt. Das beschloss der Landkreis Waldeck-Frankenberg. «Mindestabstände sind bei der Masse an Tagestouristen weder einhaltbar, noch kontrollierbar gewesen - sogar im Freien», sagte der Gesundheitsdezernent des Landkreises, Karl-Friedrich Frese. Man habe daher keine andere Möglichkeit als das Betretungsverbot gesehen.

Gesperrte Zufahrten in Rheinland-Pfalz

Die Zufahrten zu den Wintersportgebieten Schwarzer Mann und Wolfsschlucht in Rheinland-Pfalz sind noch bis zum Sonntag voll gesperrt. Am Dienstag wurde die direkte Zufahrt zum Erbeskopf im Hunsrück wegen der schwierigen Witterungsbedingungen zugemacht. Der verschneite Höhenzug Deister bei Hannover zog ebenfalls viele Menschen an. Die Polizei sprach von einer angespannten Verkehrslage und überfüllten Parkplätzen.

Die Maßnahmen gegen den Ansturm von Schnee-Touristen in der Eifel-Gemeinde Hellenthal in Nordrhein-Westfalen schienen am Dienstag vorerst zu wirken. «Die Lage ist etwas entspannter», erklärte ein Vertreter der 8000-Einwohner-Gemeinde. Dort waren die Parkplätze an Ausflugszielen abgesperrt worden.

Nach Hellenthal und Winterberg will auch Reichshof im Bergischen Land in NRW die Straßen zu ihrem Skigebiet am nächsten Wochenende sperren. «Wie sehr wir uns auch immer auf Schnee und die vielen Besucher aus den umliegenden Städten freuen, diesen Winter geht es leider nicht», erklärte Bürgermeister Rüdiger Gennies.

Polizei verstärkt Präsenz an Ausflugszielen in Rhön und Vogelsberg

Auch wenn sich das Besucheraufkommen in Rhön und Vogelsberg mit Beginn dieser Woche wieder etwas entspannt hat, erhöht die Polizei Osthessen mit Unterstützung der hessischen Bereitschaftspolizei zum morgigen Dreikönigstag die Präsenz in den hiesigen Wintersportregionen. Um die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten und die freie Zufahrt für Rettungsfahrzeuge zu gewährleisten, legt die osthessische Polizei in den kommenden Tagen gemeinsam mit den Ordnungsbehörden ein ganz besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Verkehrsregeln und Corona-Beschränkungen. Dabei werden Verstöße kommunikativ begleitet und, wenn nötig, von der Polizei konsequent verfolgt, teilt das Polizeipräsidium Osthessen mit.

Während in der Rhön die Zufahrten zur Wasserkuppe ab einer Parkplatzauslastung von 90 Prozent gesperrt werden, sind im Vogelsberg die Zufahrten und Parkplätze rund um den Hoherodskopf und der Herchenhainer Höhe bereits seit vergangener Woche bis mindestens Freitag (08.01.) tagsüber für den Besucherverkehr gesperrt.

Die Polizei appelliert daher vor dem Hintergrund der Erfahrungen am vergangenen Wochenende an alle, die die Rhön oder den Vogelsberg besuchen wollen:

  • Orientieren Sie sich an den Verkehrsdurchsagen
  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Flächen
  • Halten die Rettungswege frei
  • Vermeiden Sie Menschenansammlungen
  • Halten Sie die Abstands- und Hygieneregeln ein

Um die Menschen über die aktuelle Verkehrslage in Rhön und Vogelsberg zu informieren und den Verkehr zu lenken, wird das Polizeipräsidium Osthessen am morgigen Mittwoch sowie am kommenden Wochenende tagesaktuell über den polizeilichen Twitter-Account @polizei_oh zur Lage vor Ort berichten.