«Der Bundespräsident muss und darf das sagen, was ihm wichtig ist, auch wenn er damit im Gegensatz zu einer politischen Partei steht», sagte Gaucks Prozessvertreter Joachim Wieland in der mündlichen Verhandlung. Der Präsident stelle sich schützend vor die Werte der Verfassung. «Wo diese Werte angegriffen werden, kann er nicht neutral sein.»

Fünf der acht Richter zeigten deutliche Sympathie für Gaucks Worte. So musste sich NPD-Anwalt Peter Richter viele Fragen gefallen lassen. Vielleicht sei die Reaktion Gaucks abhängig vom Verhalten der NPD ausgefallen, sagte etwa Richter Müller. «Lässt sich Botschaft und Form konsequent trennen?», fragte der Richter und Berichtserstatter des Verfahrens, Michael Gerhardt.