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Köln
Urteil

Friseur verätzt Kopfhaut: Kundin fordert Schmerzensgeld

Eine Kundin klagte über Schmerzen, während der Friseur ihre Haare blondierte. Sie erlitt Verätzungen an den Stellen, wo die Blondierungscreme aufgetragen worden war. Dafür forderte sie Schmerzensgeld.
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Beim Blondieren verätzte der Friseur die Kopfhaut einer Kundin. Sie klagte bereits währenddessen über Schmerzen, der Friseur ging darauf allerdings nicht ein. Symbolfoto: Arturs Budkevics/ Pixabay Foto: Arturs Budkevics/ Pixabay

Erleidet eine Kundin beim Friseur durch die Behandlung eine Verletzung, kann sie Schmerzensgeld fordern. Dies gilt insbesondere, wenn das Personal erst nach mehrfachem Hinweis auf Schmerzen reagiert und das Färbemittel auswäscht. So hat laut Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH, das Landgericht Köln entschieden.

Eine Frau hatte in einem Friseursalon ihre Haare zum Preis von 150 Euro blondieren lassen. Nach einiger Zeit erhitzte sich die Blondiercreme. Die Kundin wies das Personal mehrfach erfolglos darauf hin, dass sie Schmerzen habe. Schließlich wusch die Mitarbeiterin ihr die Blondiercreme aus. Die Kundin hatte an der entsprechenden Stelle auf der Kopfhaut eine handtellergroße Verätzung.

Wegen Blondiercreme: Frau erleidet Verätzung beim Friseur

Sie musste wochenlang schmerzlindernde Mittel nehmen. Aufgrund einer Entzündung und einer Infektion waren außerdem Kortison und Antibiotika erforderlich. An der Stelle können auch keine Haare mehr wachsen, nur eine Haartransplantation könnte hier helfen. Die Frau verklagte den Salon.

Das Landgericht Köln gestand der Kundin ein Schmerzensgeld von 4000 Euro zu. "Dem Gutachten einer Dermatologin zufolge war die Ursache der Verletzung ein zu langes Einwirken des Blondierungsmittels. Hier habe die Mitarbeiterin des Friseursalons fahrlässig gehandelt. Sie hätte beim ersten Hinweis auf Schmerzen reagieren müssen.