Dortmund
Prozessauftakt

Vater steht vor Gericht: Sohn (11) Kokain gegeben und für Sex angeboten

In Dortmund steht ein 38-Jähriger aus Essen vor Gericht. Der Vater soll seinem elfjährigen Sohn Kokain verabreicht haben und ihn zum sexuellen Missbrauch fremden Männern angeboten haben.
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Vor dem Landgericht in Dorrtmund muss sich ein Mann verantworten, der seinen Sohn zum Sex angeboten hat. Foto: Bernd Thissen/dpa
Vor dem Landgericht in Dorrtmund muss sich ein Mann verantworten, der seinen Sohn zum Sex angeboten hat. Foto: Bernd Thissen/dpa

Schwere Vorwürfe gegen einen 38-jährigen Vater aus Essen: Am 27. März soll er seinem elf Jahre alten Sohn Kokain gegeben haben und anschließend mit dem Kind zu einem Autobahnparkplatz an der A42 bei Castrop-Rauxel gefahren sein, um es dort fremden Männern zum sexuellen Missbrauch anzubieten. Seit Dienstag beschäftigt der Fall das Dortmunder Landgericht. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, schwieg der Angeklagte zu Prozessbeginn schwieg, schilderte ein Zeuge, was sich an diesem Abend zwischen abgestellten Autos und einem Toilettenhäuschen zugetragen haben soll.

Sohn zum Missbrauch angeboten: Zeuge schildert Vorfälle

Beim Verlassen der Toilette habe der Angeklagte ihn angesprochen und gefragt, ob er Lust auf "Sex mit dem Kind" habe, erinnerte sich der 53-jährige Zeuge vor Gericht. Er habe entrüstet abgelehnt und sei zurück zu seinem Auto gelaufen. "Dabei habe ich dann den Jungen im Auto des Angeklagten gesehen", so der Zeuge. Außerdem habe er mitbekommen, wie sich der Vater am Toilettenhäuschen offenbar mit einem anderen Mann einig wurde. "Ich konnte das gar nicht glauben", sagte der 53-Jährige den Richtern. "Deshalb habe ich sofort die Polizei gerufen und die Sache gemeldet."

Dass die Beamten nicht mehr rechtzeitig eintrafen, um den mutmaßlichen Missbrauch des Kindes durch den anderen Mann zu verhindern, bedrücke ihn bis heute sehr. "Ich habe schwer mit der Sache zu schaffen", sagte der 53-Jährige den Richtern. Nach dem Eintreffen der Polizei habe er die Beamten sofort auf den mutmaßlichen Täter aufmerksam gemacht. Auch der angeklagte Vater des Jungen wurde kurz darauf gestellt und von den Polizisten angesprochen.

Bei Urinprobe: Junge hatte Kokain genommen

Dabei soll der Mann einen ruhigen, fast gelassenen Eindruck gemacht haben. Hinweise darauf, dass er Drogen genommen haben könnte, fanden die Polizisten nicht. Sie veranlassten jedoch, dass dem Elfjährigen am nächsten Tag eine Urinprobe abgenommen wurde. Das Ergebnis: Der Junge hatte Kokain genommen.

Der Angeklagte will sich frühestens am zweiten Verhandlungstag zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern. Vor Gericht muss er sich wegen Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige und sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten.

In Freiburg hatte eine Mutter ihren Sohn für Vergewaltigungen angeboten.

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