Überflutete Straßen und Keller, Erdrutsche, Blitzschäden: Die Wetteraussichten verheißen für viele Regionen Deutschlands wenig Gutes. Tief «Bernd» trägt bei zu einer heiklen Kombination. In vielen Regionen Deutschlands drohen in den nächsten Tagen Unwetter mit heftigem Regen. Am Mittwoch warnt der DWD im Westen Deutschlands vor extrem ergiebigem Dauerregen. Die Warnung mit der höchsten Warnstufe gilt für Teile von Rheinland-Pfalz sowie Teile von Nordrhein-Westfalen.

"Tiefdruckgebiete in Verbindung mit warmer und sehr feuchter Luft - das bedeutet im Sommer oft nichts Gutes", erläuterte der Meteorologe Felix Dietzsch vom Deutschen Wetterdienst (DWD)." Eine solche Wetterlage führt in der Regel zu anhaltenden und kräftigen Niederschlägen, die früher oder später das eine oder andere Fass zum Überlaufen bringen.", erklärte er. Ihm zufolge wird sich das Wetter auch in den kommenden Tagen so verhalten.

Tief "Bernd" sorgt für Unwetter und Überschwemmungen

Über Deutschland liege derzeit Tief "Bernd", das sich im Laufe der Nacht auf Mittwoch nordwärts in Richtung Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ausgebreitet hat. 

Im äußeren Westen und Südwesten seien bereits seit Montagabend Starkregengebiete unterwegs. Mit der Verlagerung von «Bernd» zögen weitere Starkregengebiete vor allem in Richtung Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und sorgten dort bis in den Donnerstag hinein für anhaltend hohe Niederschlagsmengen. "Dort fallen verbreitet unwetterartige Mengen von über 60 Liter pro Quadratmeter. Die höchsten Mengen werden voraussichtlich im Umfeld der Eifel fallen. Hier sind verbreiteter über 80 Liter zu erwarten", erläuterte DWD-Meteorologe Dietzsch. Stellenweise und eng begrenzt könnten sogar bis knapp 200 Liter innerhalb von 48 Stunden herunterkommen.

Allzu große Hoffnung auf Besserung machte Dietzsch nicht: "Kräftiger Regen und Gewitter werden uns wohl noch bis mindestens Freitag begleiten. Erst zum Wochenende zeichnet sich von Nordwesten her eine zunehmende Wetterberuhigung ab. Dann wird es verbreitet freundlich bei angenehmen Sommertemperaturen um 25 bis 28 Grad."

Hochwassermarke könnte in Köln überschritten werden

Am Rhein in Köln haben kräftige Regenfälle den Wasserstand bereits deutlich steigen lassen. Der Pegelstand lag in Köln am Mittwochmorgen  bei 5,38 Metern - mit langsam steigender Tendenz, wie die Stadtentwässerungsbetriebe mitteilten. Von der sogenannten Hochwassermarke I (6,20 Meter) liegt der Wasserstand damit aber noch ein Stück entfernt. Ab dieser Marke gelten erste Einschränkungen für den Schiffsverkehr. Die automatisch erstellte Zehn-Tages-Vorhersage der Wasserstraßenverwaltung des Bundes (WSV) rechnete mit der Überschreitung der Hochwassermarke I am Donnerstag oder Freitag.

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In Bayern lief das Hochwasser in Westmittelfranken und Nordschwaben zunächst ab, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg berichtete. Die Pegel an den westlichen Zuflüssen zur Rednitz und Regnitz, im Oberlauf der Altmühl und an der Wörnitz gingen langsam zurück, hieß es. Allerdings könne lokaler Starkregen wieder zu einem gefährlichen Anstieg führen, vor allem im Osten Bayerns. In der vergangenen Woche war vor allem Mittelfranken von Hochwasser betroffen gewesen. Starkregen hatte für vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und vereinzelte Stromausfälle gesorgt.

Waldbesitzern hingegen kommt der Regen gelegen, wie es von deren Vertretung in Baden-Württemberg hieß: "Der Wald kann im Moment jeden Tropfen Regenwasser gebrauchen", sagte der dortige Forstkammer-Geschäftsführer Jerg Hilt am Dienstag. "Wir sind heilfroh, dass wir nicht das vierte Trockenjahr in Folge haben."

46 Prozent der Waldfläche in Baden-Württemberg beschädigt

Nach dem jüngsten Waldzustandsbericht des Agrarministeriums Baden-Württemberg gelten 46 Prozent der Waldfläche als deutlich geschädigt. Schäden sind laut dem Bericht, der sich auf stichprobenartige Untersuchungen des Nadel- und Blatt-Behangs stützt, auf die Folgen von Dürre und Hitze zurückzuführen.

Auch nach Angaben der Forstkammer wirkt das extreme Trockenjahr 2018 noch nach, weil es 2019 und 2020 zu wenig Niederschläge gab. "Der Wald hat ein langes Gedächtnis", sagte Hilt der Deutschen Presse-Agentur.

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