• Ab Mittwoch (8. Dezember) im Freistaat 2G im Einzelhandel 
  • Krebs-Experte fordert noch striktere Auslegung der 2G-Regel 
  • Krebskranke müssten im Alltag ständig aufpassen

In Bayern gilt ab Mittwoch (8. Dezember 2021) die 2G-Regel auch im Einzelhandel. In anderen Bundesländern wird die Regel ebenfalls umgesetzt. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs, wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken. Zudem gilt fast flächendeckend, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu beispielsweise Gastronomie oder Freizeitveranstaltungen haben.

2G nur im Einzelhandel reicht Krebs-Experte nicht aus - Wo er sie sich noch wünscht

Doch dem Vorsitzenden der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz, Prof. Richard Werkmeister, gehen die aktuellen Corona-Maßnahmen immer noch nicht weit genug. Er fordert jetzt, die 2G-Regel auf noch mehr Bereiche des Lebens auszuweiten. "Ich bin für eine strikte Auslegung der 2G-Regel – auch am Arbeitsplatz oder im Supermarkt", wird Werkmeister von der "Bild am Sonntag" zitiert.

Supermärkte seien Innenräume, an denen viele Menschen zusammenkommen. Gerade bei hohen Inzidenzen sei ein Supermarkt ein Ort, vor dem Krebspatienten "berechtigterweise Angst haben", so der Mediziner. "Wer nicht geimpft ist, kann sich Lebensmittel auch online bestellen oder bringen lassen. Ich finde, man steht vor der Frage, ob eher Krebskranke oder Ungeimpfte zurückstecken und solche Orte meiden sollten. Meiner Ansicht nach steht Krebskranken als den Schwächeren eher die Solidarität zu", betont Werkmeister im Interview mit der "BamS".

Der Krebs-Experte warnt zudem davor, dass Krebstherapien wegen der Corona-Behandlungen in Kliniken verschoben werden. Eine Verschiebung der Therapien könne schlimme Folgen haben. Dabei unterscheidet Werkmeister deutlich zwischen Verschiebungen um einige Tage und wochenlangen Verschiebungen. Bei Verschiebungen um Wochen oder Monate könne der Tumor in der Zeit deutlich gewachsen sein. "Die Überlebenschancen können möglicherweise drastisch sinken", warnt der Arzt.

Höheres Infektionsrisiko durch Ungeimpfte

In der aktuellen Corona-Situation suchen Rettungsdienste zum Teil stundenlang nach einem freien Intensivbett. Operationen werden verschoben - auch die von Krebskranken. Diese schwierige Situation erfordere mehr Solidarität, so Werkmeister. Das Immunsystem von Krebspatienten sei durch die Krankheit und durch Therapien teils extrem geschwächt. Auch der Impfschutz funktioniere bei einigen schlechter, wie der Mediziner "Bild" erklärt. Eine Infektion mit dem Coronavirus sei für Krebskranke "doppelt dramatisch".

Jährlich erkranken fast eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Diese Menschen seien besonders durch Ungeimpfte gefährdet. Auch wenn selbstverständlich auch Geimpfte das Coronavirus weiter übertragen können, gehe von Nicht-Geimpften ein deutlich höheres Infektionsrisiko aus. Krebskranke müssten in ihrem Alltag ständig aufpassen. "Jeder Kontakt kann gefährlich sein", sagt Werkmeister

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Da die Teilnahme am sozialen Leben aber auch für Krebskranke dringend notwendig sei, fordert der Experte die strengere Auslegung der 2G-Regel. 

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