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Hamburg
Forschung

Umstrittene Studie zum Ursprung des Coronavirus: SARS-CoV-2 "nicht natürlich"

Die Uni Hamburg veröffentlichte eine Studie eines ihrer Professoren zum Ursprung des Coronavirus. Die Studie gilt als umstritten - der Professor macht keinen Hehl daraus, dass er unwissenschaftliche Quellen genutzt hat.
 
Wo hat das Coronavirus seinen Ursprung?
Wo hat das Coronavirus seinen Ursprung? Zu dieser Frage veröffentlichte nun die Uni Hamburg eine Studie - diese gilt aber als umstritten. Foto: papazachariasa / pixabay.com

Das Coronavirus hat unser aller Leben fest in der Hand. Nicht nur, dass Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft unter diversen Lockdowns zur Eindämmung der Pandemie leiden, viele Menschen verloren auch ihr Leben in Zusammenhang mit dem Virus. 

Uni Hamburg veröffentlicht Studie - sie gilt als umstritten

Nach über einem Jahr der Corona-Pandemie stellt sich allerdings noch immer die Frage: Wo kommt das Virus eigentlich her? Ihre Anfänge hatte die Pandemie in der chinesischen Stadt Wuhan. Doch bis heute ist nicht geklärt, wo der Ursprung des Virus liegt. 

Die Uni Hamburg veröffentlichte jetzt allerdings eine Studie dazu. Der an der Uni beschäftigte Nanowissenschaftler Prof. Dr. Roland Wiesendanger hat sich mit dem Ursprung des Coronavirus beschäftigt und kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass das Coronavirus ein Laborunfall am virologischen Institut der Stadt Wuhan war. 

Zur Studie selbst: Sie wurde von Januar 2020 bis Dezember 2020 durchgeführt und besteht aus einem 100-seitigem Thesenpapier.

Coronavirus sei "gezüchtet": Forscher hätten Virus gefährlicher machen wollen

Folgende Punkte zum Ursprung des Virus werden dort genannt: 

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  • Im Gegensatz zu früheren Pandemie durch ein Coronavirus wie SARS oder MERS habe bis heute kein Zwischenwirtstier für das SARS-CoV-2-Virus ausgemacht werden können, welches die Übertragung von Fledermäusen auf den Menschen hätte ermöglichen können. 
  • Daher würde die Zoonose-Theorie als mögliche Erklärung für die Pandemie keine fundierte wissenschaftliche Grundlage bilden.
  • Die SARS-CoV-2-Viren können sehr gut an menschliche Zellrezeptoren ankoppeln und in menschliche Zellen eindringen. Diese beiden Eigenschaften waren bei bisherigen Coronaviren nicht bekannt und weißen auf einen nicht-natürlichen Ursprung des Virus hin.
  • Als Ursprung des Coronavirus wird unter anderem ein Fischmarkt in Wuhan genannt, auf dem Fledermäuse verkauft worden sein sollen - laut Studie war dem nicht so. 
  • Eine Forschungsgruppe aus Wuhan soll über Jahre hinweg gentechnische Manipulationen an Coronaviren vorgenommen haben. Ziel des Ganzen soll gewesen sein, dass die Viren für Menschen gefährlicher und tödlicher werden. 
  • Wegen erheblicher Sicherheitsmängel des Instituts in Wuhan sei es zu der Pandemie gekommen - eine junge Wissenschaftlerin soll sich zuerst mit dem Virus infiziert haben und somit die Pandemie ins Rollen gebracht haben. 

"Mit der Veröffentlichung (der Studie) soll nun eine breit angelegte Diskussion angeregt werden, insbesondere im Hinblick auf die ethischen Aspekte der sogenannten 'gain-of-function'-Forschung, welche Krankheitserreger für Menschen ansteckender, gefährlicher und tödlicher macht", schreibt die Uni Hamburg auf ihrer Website. 

Quellen der Studie: twitter-Accounts und YouTube-Videos

Die Studie scheint auf den ersten Blick Hand und Fuß zu haben, doch selbst ihr Verfasser - Prof. Dr. Roland Wiesendanger - macht gegenüber ZDF heute keinen Hehl daraus, dass er teils unwissenschaftliche Quellen dafür hinzugezogen hat. Unter anderem habe Wiesendanger Quellen wie twitter-Accounts oder YouTube-Videos verwenden, so ZDF heute. Eines dieser Videos soll sogar am 1. April erschienen sein. "Ja, die Studien kommen nicht alle aus peer-reviewten Papern", erklärte der Professor selbst gegenüber ZDF heute. "Es handelt sich lediglich um eine Kompilation altbekannter Dokumente und Theorien zu einem möglichen Laborunfall", fügt Volker Stollorz, Redaktionsleiter des Science Media Centers in Köln, an. Er würde bei der Veröffentlichung nicht von einer Studie sprechen.

Etliche weltweite Wissenschaftler gehen entgegen der Veröffentlichung der Uni Hamburg davon aus, dass das Coronavirus einen natürlichen Ursprung hat. Doch klar ist noch nichts. China wehrte sich schon 2020 gegen den Vorwurf, das Virus komme von dort. Peking behauptete laut Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass das Virus von amerikanischen Soldaten nach China eingeschleppt wurde. Von anderen Seiten höre man, dass das Virus schon länger existiere und bereits in Abwasserproben in Brasilien oder Italien nachgewiesen wurde. 

Die Frage, wo das Coronavirus seinen Ursprung hat, ist offenbar noch nicht klar. 

 

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