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Umfrage: Mehrheit für solidarisches Grundeinkommen - wie von Müller gefordert

Ein solidarisches Grundeinkommen für Arbeitslose, die freiwillig gemeinnützige Jobs annehmen? Eine gute Idee, findet die Mehrheit der Bevölkerung.
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Berlin: Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin: Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Eine große Mehrheit in der Bevölkerung spricht sich für ein solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose aus, wie es vom Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gefordert wird. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Civey im Auftrag des in Berlin erscheinenden "Tagesspiegels" (Donnerstag).

Müller hatte ein solidarisches Grundeinkommen für Arbeitslose vorgeschlagen, die freiwillig gemeinnützige Jobs annehmen. Dass das Grundeinkommen nicht im Koalitionsvertrag erwähnt wird, ist für Schmidt kein Argument, es nicht einzuführen: "Eine gute Idee kann man immer aufgreifen, auch wenn sie nicht im Koalitionsvertrag steht." Ob Hartz IV mit dem Ansatz des Förderns und Forderns bei Arbeitslosen gescheitert ist, wollte die Verbandschefin "hier und heute nicht beurteilen". Der Vorschlag ziele auf diejenigen, die für eine Arbeitsleistung entlohnt werden wollen, auch wenn es mit einem Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt nicht klappt.

Auf die Frage: "Sollte jeder Langzeitarbeitslose in Deutschland das Recht auf eine gemeinnützige, steuerfinanzierte Beschäftigung zum Mindestlohn erhalten?" antworteten 61,8 Prozent der Befragten mit "Ja, auf jeden Fall" oder mit "Eher ja". 26 Prozent äußerten sich ablehnend. 12,2 Prozent waren unentschieden.


Zustimmung zieht sich durch alle Schichten

Die große Zustimmung zieht sich durch alle Schichten. Wohlhabende äußerten sich ähnlich wie der Durchschnitt. Auch bei den Anhängern der Parteien ist der Unterschied eher gering, nur bei Anhängern der Linken ist die Zustimmung noch größer.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 5.068 repräsentativ ausgewählten Befragten vom 26. bis 28. März 2018. Die statistische Fehlerquote liegt bei 2,5 Prozent. Das Ergebnis ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
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