• Acht Pflegeheim-Mitarbeitern die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes verabreicht.
  • Eine Frau befindet sich weiter im Krankenhaus.
  • Hersteller Biontech gibt Entwarnung, größere Dosen des Impfstoffes seien ohne schwerwiegende Folgen getestet worden.
  • Einer Krankenschwester unterlief ein Fehler bei der Dosierung der Ampullen. 

Wegen individueller Fehler bei der Aufbereitung des Impfstoffes ist acht Mitarbeitern eines Pflegeheims in Stralsund die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes verabreicht worden.

Update vom 30.12.2020, 17.30 Uhr: Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Nach der Impfpanne in einem Stralsunder Pflegeheim hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Acht Mitarbeitern war am vergangenen Sonntag (27.12.2020) versehentlich die fünffache Dosis des Impfstoffs gegen das Sars-CoV-2-Virus gespritzt worden. Ein Arzt hatte ihnen jeweils den kompletten Inhalt eines Impfstoffglases verabreicht. Der Inhalt ist jedoch für fünf Impfungen vorgesehen.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Stralsund am Mittwoch sagte, seien zwei Anzeigen eingegangen, die aber nicht von betroffenen Personen stammten. Aber auch ohne diese Anzeigen hätte sich die Behörde um die Aufklärung der Vorgänge bemüht. Die Ermittlungen richteten sich noch gegen unbekannt und nicht gegen eine bestimmte Person. Zunächst hatte die Ostsee-Zeitung berichtet.

Vier der Geimpften waren nach dem Vorfall eine Nacht zu Beobachtung in einer Klinik, am darauffolgenden Tag war noch eine Frau mit grippeähnlichen Symptomen im Krankenhaus.

Update vom 29.12.2020, 15 Uhr: Frau weiter im Krankenhaus - Grund für den Irrtum bekannt

Nach der Impfpanne in einem Stralsunder Pflegeheim wird eine Frau weiter in einer Klinik behandelt. Wie ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen am Dienstag (29.12.2020) sagte, leidet sie unter grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Schwindel. Die anderen sieben Betroffenen waren bereits am Sonntag, dem Tag des Vorfalls, beziehungsweise Montag nach Hause geschickt worden. Sie sind alle Mitarbeiter eines Stralsunder Pflegeheims. Ihnen war versehentlich die fünffache Dosis des Impfstoffs gegen Covid-19 gespritzt worden.

Inzwischen lägen Details zur fehlerhaften Impfung vor. Entgegen den Anweisungen des Impfstoffherstellers Biontech/Pfizer habe eine Krankenschwester den Inhalt der Gläser zwar mit der korrekten Menge Kochsalzlösung gemischt. Dann habe sie dem Arzt aber Spritzen mit dem kompletten Inhalt statt nur mit einem Fünftel des Volumens zum Impfen gereicht. "Das hat sie achtmal gemacht. Dann waren die acht Gläser alle, mit denen eigentlich 40 Leute geimpft werden sollten." Der Sprecher des Landkreises verwies darauf, dass Biontech/Pfizer sogar eine bebilderte Schreibtischunterlage zur Aufbereitung des Impfstoffs mitgeliefert habe.

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Erstmeldung vom 28.12.2020, 16.18 Uhr: Acht Mitarbeitern wurde die fünffache Corona-Impfdosis gespritzt 

Nach dem Vorfall am Sonntag seien die sieben Frauen und ein Mann nach Hause geschickt worden. Wie der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), am Montag sagte, haben sich zwischenzeitlich vier der acht Betroffenen zur Beobachtung vorsorglich stationär in einem Krankenhaus aufnehmen lassen. Sie zeigten grippeähnliche Symptome. Das ist nicht die erste Panne seit Auslieferung des Impfstoffes.

Größere Dosen des Corona-Impfstoffes haben kaum Nebenwirkungen

Der Landkreis berichtete in seiner Mitteilung, dass nach Informationen des Herstellers Biontech größere Dosen des Impfstoffes in der Phase-1-Studie bereits an Probanden ohne schwerwiegende Folgen getestet worden seien. Es seien keine bleibenden, unerwünschten Ereignisse gemeldet worden. Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle und grippeähnliche Symptome träten dosisabhängig auf und seien im Allgemeinen leicht bis mittelmäßig und vorübergehend.

Eine Sprecherin von Biontech bestätigte diese Informationen. In den Versuchen seien Mengen bis zu 100 Mikrogramm ohne schwerwiegende Folgen verabreicht worden. Die übliche Impfdosis liege bei 30 Mikrogramm. Sie verwies auf die ausführliche Produktinformation ihres Unternehmens. Der erste Satz laute: "Dies ist eine Mehrdosendurchstechflasche, deren Inhalt vor der Verwendung verdünnt werden muss."