München
Soziale Netzwerke

Reaktion auf hetzerischen Tweet: Polizei München wird für Twitter-Post nach Messerattacke gefeiert

Am Münchner Hauptbahnhof wurde ein Polizeibeamter mit einem Messer attackiert. Die Reaktionen zu diesem Vorfall in den Sozialen Netzwerken sind erschreckend. Die Polizei München reagierte auf Twitter gekonnt auf hetzerische Beiträge.
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Die Presseabteilung der Polizei steht in den Sozialen Netzwerken vor neuen Herausforderungen. Symbolfoto: Christopher Schulz
Die Presseabteilung der Polizei steht in den Sozialen Netzwerken vor neuen Herausforderungen. Symbolfoto: Christopher Schulz

Ob Twitter, Facebook oder Instagram: Soziale Netzwerke erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das gilt nicht nur für Privatpersonen und Unternehmen, sondern mittlerweile auch für Behörden. Laut Recherchen des NDR, betreiben die deutschen Polizeibehörden über 300 Social-Media-Kanäle.

Einer der wohl bekanntesten ist der Twitter-Account der Münchner Polizei. Als erstes bayerisches Polizeipräsidium sind die Münchner seit September 2014 auf Facebook und Twitter vertreten. Eigenen Angaben nach, möchte die Polizei über die tägliche Polizeiarbeit und um Gegebenheiten bei Großveranstaltungen informieren.

Twitter: Rechte Hetze bei Angriff auf Münchner Polizisten

Am Montag (09. Dezember 2019) kam es am Münchner Hauptbahnhof zu einem Messerangriff auf einen Polizisten. Als erstes informierte darüber die Polizei München via Twitter. Neben zahlreichen Besserungswünschen gegenüber des Polizisten, kam es auch zu einer Vielzahl von hetzerischen Kommentaren. Das gilt für Twitter, wie auch für Facebook. Besonders die Herkunft des Täters sorgte für Aufsehen.

Es handelt sich um einen 23-jährigen Deutschen aus München, wie die Polizei mitteilt. Einige Nutzer gaben sich damit allerdings nicht zufrieden. Sie schenkten der Aussage der Polizei keinen Glauben und forderten den Vornamen des Mannes. So auch eine Politikerin der AfD-Berlin. Sie unterstellte der Polizei, den Namen des Mannes zu verschweigen.

Polizei München reagiert souverän

Die Presseabteilung der Münchner Polizei lies sich nicht provozieren und konterte den Tweet: "Sie würden weinen, wenn Sie den Vornamen lesen würden". In einem weiteren Tweet fügte die Polizei an, dass Personen in Presseberichten nie namentlich genannt werden. Dies wird wohl auch in Zukunft so bleiben.

Auch die Polizei Mittelfranken zeigte sich unbeeindruckt von hetzerischen Kommentaren. Vom Netz wurde sie dafür gefeiert.