• Krankenhausgesellschaft stellt sich gegen Panikmache
  • Impffortschritt wird entscheidend sein
  • Debatte um unklare Lage an Schulen

Seit einer Woche steigt die bundesweite 7-Tage-Inzidenz jeden Tag an und hier und da wird schon von einer vierten Welle geredet. Das ist der völlig falsche Ansatz, wenn es nach der Deutsche Krankenhausgesellschaft geht. Sie warnen vor Alarmismus. "Das sorgt bei den Bürgern nur für die Angst, dass mit steigenden Fallzahlen die Intensivstationen wieder mit Covid-Patienten volllaufen - dank der Impfung wird das aber nicht der Fall sein", sagte der Chef der Gesellschaft, Gerald Gaß, gegenüber der Bild. Selbst im Herbst erwarte er bei gleicher Inzidenz viel weniger Corona-Patienten in den Kliniken.

Impfung bringt Fortschritt

Das sieht der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, ähnlich. Eines dürfe dabei jedoch nicht vergessen werden: "Sollten die Infektionsraten sprunghaft ansteigen und ungebremst anwachsen, werden wir auch wieder eine deutliche Zunahme an schwer kranken Patienten erleben, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen", so Marx zur Rheinischen Post.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert eine intensivere Impfkampagne. „Ich vermisse den TV-Spot zum Impfen vor der Tagesschau. Und dann müssen wir direkt vor Ort informieren, und zwar genau da, wo die Impfbereitschaft bisher gering ist. Wir müssen auf die Menschen zugehen“, sagte Reinhardt der Rheinischen Post.

Man müsse nicht nur Sportvereine, sondern auch Kulturvereine und Glaubenseinrichtungen für die Impfkampagne mit ins Boot holen. "Statt zu verordnen, müssen wir vor Ort sein."

Die Lage in den Schulen

"Die Bundesregierung muss die Sommermonate nutzen und alles tun, damit die Schulen nach den Sommerferien wieder in den normalen Regelbetrieb kommen", sagte FDP-Generalsekretär Volker Wissing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Alternativen Fernunterricht und Wechselunterricht sind nach so langer Zeit keine Optionen." Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes klingt verhaltener.

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"Das Szenario eins, von dem wir alle hoffen, dass es Wirklichkeit wird, heißt vollständiger Präsenzunterricht mit einer Sicherheitsphase von mehreren Wochen, wo weiterhin erhöhte Gesundheitsschutzmaßnahmen gelten", sagte Heinz-Peter Meidinger dem RND.

"Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass das nicht ausreichen wird, um die vierte Welle zu verhindern, weil sich diese auch außerhalb der Schulen durch Kontakte ungeimpfter Jugendlicher untereinander verbreiten wird." Deshalb dürfe auch eine "erneute Phase des Wechselunterrichts", bei der Vorbereitung auf das nächste Schuljahr nicht ausgeblendet werden, so der Lehrerpräsident.

Die Entscheidung aus der bayerischen Kabinettssitzung

In der aktuellen Pressekonferenz zur bayerischen Kabinettssitzung verkündete Söder, dass für niemanden eine Impfpflicht kommen soll. Das stößt allgemein auf Zustimmung. So argumentierte der Lehrerpräsident Meidinger in der Augsburger Allgemeinen: „Nach unserem Kenntnisstand ist die Impfbereitschaft bei Lehrkräften sehr hoch, so liegt die Quote der bereits erstgeimpften Lehrkräfte in einigen Bundesländern bei nahe 90 Prozent." Die Hauptinfektionsgefahr für die Kinder und Jugendlichen drohe also nicht von Erwachsenen und schon gar nicht von Lehrkräften, sondern von Gleichaltrigen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bekräftigte gegenüber der Rheinischen Post: "Eine Impfung gegen Covid-19 muss die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen sein. Hier muss und wird die Politik zu ihrem Wort stehen. Das gilt auch für Lehrer und Erzieher." Der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat hatte am Montag eine Impfpflicht für das Personal gefordert.

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