• Millionär aus Franken mit Heli im Odenwald abgestürzt
  • Neuer Verdacht im Raum: War es kein Unfall, sondern ein Attentat?
  • Hubschrauber war in Herzogenaurach gestartet

In einem Waldgebiet nahe der Grenze zu Hessen ist ein Leichthubschrauber am Sonntagmittag (17. Oktober 2021) abgestürzt. Hierbei sind drei Menschen gestorben. Der Hubschrauber war Informationen der Polizei und Staatsanwaltschaft nach im fränkischen Herzogenaurach gestartet. Nun haben sich Hinweise ergeben, dass es sich bei dem Absturz nicht um einen Unfall, sondern um einen Attentat gehandelt haben könnte.

Update vom 29.10.2021, 10.30 Uhr: War Hubschrauber-Absturz kein Unfall, sondern Ziel eines Attentats?

Der deutsche IT-Unternehmer und Millionär Wolfgang Haupt (34) aus Franken soll Wochen vor seinem Hubschrauber-Absturz massive Morddrohungen erhalten haben. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf Angehörige und Mitarbeiter des Geschäftsmannes.

Ein Anrufer mit arabischem Akzent soll dem Unternehmer am Telefon mit massiver Gewalt gedroht haben. Die Absturzstelle liefere erste Hinweise auf ein mögliches Attentat, da die Leichenteile von Haupt und zwei weiteren 61 und 18 Jahre alten Passagieren in einem Radius von mehr als 200 Metern verstreut lagen.

"Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Florian Sommer von der Staatsanwaltschaft Mosbach zum Focus.

Spaziergänger sollen außerdem gesehen haben, wie der Helikopter nach einem sehr lauten Knall direkt in ein Waldstück gestürzt ist.

Haupt, der von New York aus eine Firma für Gesichtserkennung und Künstliche Intelligenz leitete, war mit einem befreundeten Geschäftsmann und dessen Sohn in Herzogenaurach losgeflogen.

Update vom 20.10.2021, 12 Uhr: Millionär unter den Opfern? Heli mit drei Menschen abgestürzt

Seit Montag ist klar: Die drei Menschen, die bei einem Hubschrauberabsturz am Sonntag (17. Oktober 2021) ums Leben gekommen waren, stammen aus Franken. Wie die Polizei mitteilte, sind die Opfer im Alter von 18, 34 und 61 Jahren aus Mittelfranken. Wie die Bild-Zeitung jetzt erfahren haben will, soll es sich dabei um den Chef einer Recycling-Firma aus Lauf an der Pegnitz handeln. Ihm soll auch der Hubschrauber gehören, heißt es weiter.

Ein Mitarbeiter der Recycling-Firma sagte gegenüber der Bild: "Es hatte sich schon rumgesprochen, dass mit dem Chef etwas passiert sein soll. Auf einer Trauerfeier wurde es Gewissheit.“ Beim jüngsten der drei Opfer soll es sich um den Sohn des Unternehmers handeln. Bestätigt wurden diese Informationen bislang noch nicht.

Der Hubschrauber war nach dem Start auf einem Flugplatz in Herzogenaurach wenig später in einem Waldstück bei Buchen abgestürzt.

Update vom 18.10.2021, 13.05 Uhr: Drei Männer aus Mittelfranken wurden Opfer eines Hubschrauberabsturzes

Nach dem Hubschrauberabsturz im Norden Baden-Württembergs wissen die Ermittler, um wen es sich bei den drei Opfern handelt. Die Männer seien im Alter von 18, 34 und 61 Jahren gewesen und stammten aus Mittelfranken, sagte ein Polizeisprecher am Montag (18. Oktober 2021). Sie seien Deutsche gewesen. Zur genauen Herkunft und möglichen Verwandtschaftsverhältnissen machte er keine Angaben.

Seit dem Morgen waren wieder Experten an der Unglücksstelle in Buchen im Neckar-Odenwald-Kreis, was nahe an der Grenze zu Hessen und Bayern liegt. Hier war am frühen Sonntagnachmittag der Helikopter vom Typ Robinson R44 in einem Wald abgestürzt. Er war den Angaben nach im mittelfränkischen Herzogenaurach gestartet.

"Absuche, Spurensicherung und Begutachtung stehen im Vordergrund", sagte der Sprecher. Dabei gebe es keinen Zeitdruck. "Jede Schraube im Laub muss gefunden werden", erläuterte der Sprecher. "Je mehr Puzzleteile man hat, desto fertiger wird das Bild." Das sei nötig, um die Unfallursache ermitteln zu können.

Zahlreiche Leute waren den Angaben zufolge vor Ort. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) habe weitere Spezialisten geschickt, sagte der Sprecher. Schon am Vorabend hätten die Einsatzkräfte bis 23.00 Uhr Spuren gesichert und Wrackteile gesammelt, die sich weit über das Gelände verstreut hatten. Ebenfalls noch am Sonntag waren die drei Leichname geborgen worden. Bis die Unfallursache endgültig geklärt ist, wird es wohl eine ganze Weile dauern. Bis ein Abschlussbericht der BFU vorliegt, vergehen meist mehrere Monate. Nach deren Daten sind Hubschrauberunfälle in der zivilen Luftfahrt in Deutschland eher selten.

Update vom 18.10.2021, 10 Uhr: Ermittlungen laufen weiter

Nach dem Hubschrauberabsturz mit drei Toten im Norden Baden-Württembergs gehen die Ermittlungen zur Unfallursache weiter. Die Polizei habe das Gelände in einem Wald in Buchen nahe den Grenzen zu Bayern und Hessen in der Nacht abgesichert, sagte ein Sprecher am Montagmorgen.

Im Laufe des Tages sollten die Arbeiten fortgesetzt werden. Auf dem Gelände hatten sich Trümmerteile weit verteilt. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, sind drei Männer bei dem Absturz ums Leben gekommen. Nähere Angaben zur Identität und Herkunft wurden zunächst nicht gemacht. Bekannt ist jedoch, dass der Helikopter im fränkischen Herzogenaurach gestartet ist.

Hubschrauber-Absturz: "Es geht nicht mehr ums Suchen" - Polizist schockiert

Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) wollten die Absturzstelle untersuchen. Zahlreiche Ermittler der Polizei, der Kriminaltechnik sowie Feuerwehr und ein Staatsanwalt waren vor Ort, wie der Sprecher der Deutschen Presseagentur sagte. "Es geht jetzt nicht mehr ums Suchen, sondern ums Bergen." 

Mit Ermittlungsergebnissen ist nicht allzu bald zu rechnen. "Das wird schon lange dauern, bis alle Spuren gesichert und ausgewertet sind", erklärte der Polizeisprecher. Oft brauchen die Ermittler nach solchen Unfällen mehrere Tage, bis sie erste Vermutungen zur Unglücksursache veröffentlichen. Bis ein endgültiger Abschlussbericht der BFU-Experten vorliegt, vergehen meist mehrere Monate.

Den Anwesenden bot sich ein erschreckendes Bild: "Die Situation ist enorm bedrückend", sagte der Polizeisprecher. "Das Trümmerfeld ist riesig." Es erstrecke sich über mehrere hundert Meter mitten im Wald.

Anwohner alarmierten Rettungskräfte: Leichnam 50 Meter entfernt entdeckt

Einige Wrackteile lagen am Boden, andere hingen in den Bäumen. Während die Reste eines Rotorblatts noch zu erkennen waren, erschienen andere Trümmerteile massiv zusammengedrückt. Ein Leichnam wurde gut 50 Meter von der Absturzstelle entfernt entdeckt.

Anwohner hatten ein Feuer in dem Wald bemerkt und die Rettungskräfte alarmiert. Das Gebiet am Rande der rund 18 000 Einwohner zählenden Stadt im Neckar-Odenwald-Kreis wird auch von Joggern, Spaziergängern und Mountainbikern genutzt, ist aber kein klassisches Naherholungsgebiet. Der Ortskern von Buchen ist einige Kilometer entfernt. Die Polizei sperrte die Absturzstelle weiträumig ab.

Hubschrauberunfälle sind nach Daten der BFU eher selten. Für das vergangene Jahr weist sie nur vier Unfälle mit Hubschraubern in der zivilen Luftfahrt in Deutschland aus, davon keiner mit Schwerverletzten oder Toten. 2019 gab es der Statistik zufolge fünf Hubschrauberunfälle mit insgesamt drei Schwerverletzten.

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