Ludwigsburg (Württemberg)
Leben retten

Todkranker Michael erhält lebensrettende Infusions

Der todkranke Michael aus Ludwigsburg hat seine lebensrettende Spritze erhalten. Nach langem Kampf erklärte die Krankenkasse vor knapp einem Monat, die Behandlungskosten zu übernehmen. Nun hat er die Infusion erhalten.
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Hoffnung für todkranken Michael: Die Krankenkasse kommt nun doch für die Behandlungskosten mit einem Millionen-Medikament auf. Foto: privat
Hoffnung für todkranken Michael: Die Krankenkasse kommt nun doch für die Behandlungskosten mit einem Millionen-Medikament auf. Foto: privat

Update 30.09.2019: Michael erhält lebensrettende Infusion

Der kleine Michael aus Ludwigstadt hat nach langem Kampf seine Infusionsspritze erhalten. Wie die Eltern auf der Facebook-Seite mitteilen, bekam der Junge bereits vergangene Woche die lebensrettende Infusion. "Ihr habt Michael Muskeln geschenkt und uns die Kraft immer weiter zu machen", schreiben sie auf ihrer Seite.

Eine einmalige Infusion mit einem Medikament aus den USA ersetzt das Gen, das Michael fehlt, um das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Der Einjährige leidet unter einer Spinalen Muskelatrophie SMA Typ 1.

Update 07.09.2019: Krankenkasse zahlt doch Millionen-Behandlung für todkrankes Kind

Mit einer emotionalen Nachricht wendeten sich die Eltern von Michael aus Ludwigsburg an seine "Freunde und Retter". "Wir sind überglücklich", schreiben sie. Die Krankenkasse kommt nun doch für die teure Behandlung ihres Kindes auf.

Millionen-Medikament aus USA könnte Michael retten

"Seit Monaten haben wir diesen Kampf für Michael geführt, bevor wir euch um Unterstützung gebeten haben", erklären die Eltern. "Nun haben wir es gemeinsam mit euch geschafft". Die Krankenkasse habe zugestimmt, die Behandlungskosten für Michael mit dem Medikament Zolgensma zu übernehmen und sogar eine Behandlung in Deutschland zu ermöglichen.

Eine einmalige Infusion mit dem Millionen-Medikament aus den USA soll das Gen ersetzen, das Michael fehlt, um das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. In den USA wurde dieses Medikament für Kinder unter zwei Jahren im Mai 2019 zugelassen. "Die Studienergebnisse sind bahnbrechend: Behandelte Kinder können sitzen und stehen, keines wird künstlich beatmet", heißt es auf der Spendenwebseite. Der Einjährige leidet unter einer Spinalen Muskelatrophie SMA Typ 1.

Spinale Muskelatrophie: Mutter entdeckt Krankheit nach Mittagsschlaf

Die Spinale Muskelatrophie betrifft eines von 10.000 Neugeborenen. Sie ist genetisch bedingt und bewirkt einen fortlaufenden Verfall der Muskelkraft, was schließlich zum Verlust der Atemmuskulatur führt - und das zum Tod. Das verantwortliche Gen bildet zu wenig Eiweiß, das für den Erhalt der Motoneuronen notwendig ist - Nervenzellen verkümmern, die für Muskelfunktionen wie Atmen, Schlucken, Sprechen und Gehen verantwortlich sind.

Mama Marina erinnert sich noch heute, als sie die Krankheit ihres Sohnes bemerkte. Sie hat Michael nach dem Mittagsschlaf auf den Arm genommen: "So hat er mich nie wieder angeschaut. Seine Augen haben zu mir gesagt: Mama, hilf mir." Sie stellte fest, dass seine Ärmchen Michael kraftlos wirkte und seine Ärmchen immerzu fallen ließ.

Kevin Kuranyi und Schauspielerein Sila Sahin helfen Familie

Die neueste Entscheidung der Krankenkasse, nun doch für die Kosten aufzukommen, führen die Eltern auf das große Engagement ihrer Unterstützer zurück. Dazu gehören: Ex-Fußballprofi Kevin Kuranyi und Schauspielerein Sila Sahin.

"All eure Beiträge haben uns geholfen, unsere Stimme zu heben, für Michael aber auch für andere Kinder. Ihr seid für uns aufgestanden. Ihr habt uns Rückhalt gegeben und habt unseren Aufruf für Michael hinausgetragen. Damit haben wir Millionen Menschen und unser Ziel erreicht, Michael zu helfen", erklären sie.

"Das scheinbar Unmögliche kann wahr werden, wenn einer für den anderen aufsteht und für eine gemeinsame Sache einsteht. Ohne euch wäre all dies nicht möglich gewesen. [...] Wir und vor allem Michael werden euch das nie vergessen."

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