Bonn
Tierversuche

Tierschutzbund: Pro Jahr sterben 3 Millionen Tiere bei Tierversuchen in Deutschland

In Deutschland sterben laut Tierschutzbund pro Jahr fast drei Millionen Tiere bei Versuchen. Die Politik will langfristig Tierversuche ersetzen - doch aktuell fehlt es noch an Alternativen. Für Verbraucher, denen das Tierwohl am Herzen liegt, haben die Tierschützer dennoch einige Tipps.
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Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin einer tierexperimentellen Forschungseinrichtung hat in einem Labor eine Maus in der Hand . Laut Tierschützern sterben in Deutschland pro Jahr etwa drei Millionen Tiere bei Tierversuchen. Foto: Friso Gentsch/dpa
Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin einer tierexperimentellen Forschungseinrichtung hat in einem Labor eine Maus in der Hand . Laut Tierschützern sterben in Deutschland pro Jahr etwa drei Millionen Tiere bei Tierversuchen. Foto: Friso Gentsch/dpa

Der Deutsche Tierschutzbund dringt anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstieres am 24. April auf ein Ende von Tierversuchen.

"Tierversuchsfreie Alternativmethoden müssen viel stärker gefördert werden und zur Anwendung kommen", erklärte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, am Dienstag in Bonn. Pro Jahr sterben nach Angaben des Verbandes fast drei Millionen Tiere in Deutschland bei Versuchen.

Große Koalition will Tierversuche langfristig komplett ersetzen - aber kaum Alternativen für Verbraucher?

Die große Koalition forderte Schröder auf, mehr Alternativen zu Tierversuchen zu schaffen. Im Koalitionsvertrag hätten die Parteien vereinbart, Tierversuche langfristig komplett zu ersetzen. Bürger selbst könnten in vielen Bereichen keinen Einfluss nehmen. Bei Medikamenten und Produkten wie Reinigungsmitteln oder Wandfarben gebe es für Verbraucher kaum eine Alternative beim Einkauf, weil gesetzliche Regelungen nach wie vor zur Marktzulassung eine Prüfung der Inhaltsstoffe oder der Produkte im Tierversuch vorschreiben.

"Es bleibt daher für den Verbraucher nur die Möglichkeit, derartige Produkte sparsam zu verwenden oder ganz auf sie zu verzichten", riet Kristina Wagner, Leiterin des Referats für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund. Bei kosmetischen Produkten sei das anders: Verbraucher, die tierfreundlich einkaufen wollten, könnten sich etwa an der Kosmetik-Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes orientieren.

Tierschützer: Finger weg von Botox-Behandlungen

Wer Tiere schützen wolle, solle zudem die Finger von Botox-Behandlungen lassen, erklärte Wagner. Viele Hersteller testeten ihr Botox an Mäusen, die langsam durch die Lähmung ihrer Atemmuskulatur erstickten.

Wer Tiere schützen will, sollte auch bei der Studienwahl aufpassen

Auch bei der Studienwahl sollten Studierende das Tierwohl im Blick haben, erklärte der Verband. In Studiengängen wie der Human- und Tiermedizin oder Biologie seien häufig Präparationen an Tieren, Übungen an Organpräparaten oder Versuche an lebenden Tieren vorgeschrieben. Manche Universitäten erlaubten, sich von solchen Kursen oder Versuchen befreien zu lassen. Andere setzten bereits in der Ausbildung auf alternative Methoden. Vor Studienstart sollten sich die Studierenden über die Regelungen an dem Standort informieren, betonte Wagner.