«Wir sind mit der Besucherzahl sehr zufrieden. In allen Häusern gab es großen Andrang», sagte ein Sprecher der Bundesregierung. Am Sonntag wollte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Gespräch mit Bürgern stellen.

Bei heißem Sommerwetter war schon am Samstag rund um das Kanzleramt viel los. Hunderte Besucher strömten in die Regierungszentrale oder flanierten im Sonnenschein durch den Kanzlergarten. Auch vor den einzelnen Ministerien war der rote Teppich für die Bürger ausgerollt.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) versuchte im Innenhof seines Amtssitzes, den Bürgern die Euro-Krise zu erklären. Dabei warnte er vor Überheblichkeit. «Auch wir bescheißen gelegentlich, auch wir verstoßen gegen Regeln», sagte er. Gängige Bilder über die südländischen «Schlamper» oder die «Steuerbetrüger» aus der Schweiz seien großer Unsinn. Anschließend sprach Schäuble mit der griechischen Sängerin Nana Mouskouri und versicherte, dass Griechenland «ein wichtiger Teil Europas» bleiben werde.

Im Bundesfamilienministerium zeigte Hausherrin Kristina Schröder (CDU) kleinen Gästen ihr Büro. Die bekamen zunächst eine kleine Beschreibung des Interieurs geliefert. «Das ist mein Schreibtisch», erklärte Schröder. «Und wer will sich einmal auf meinen Stuhl setzen?» Die Kids erfuhren, dass die bunten Bilder an der Wand von einem Maler aus Schröders Heimat Wiesbaden stammen. Und dass nebenan ein Wickeltisch steht, an dem Schröder ihrer einjährigen Tochter frische Windeln anlegen kann.


 

Kanzlerin Merkel will sich am Sonntag bei einem Rundgang durch ihren Amtssitz und einer Talkrunde Zeit für die Besucher nehmen. Der Tag gebe ihnen die Möglichkeit, mit den politischen Themen in Kontakt zu kommen, sagte die Kanzlerin in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. «Und wenn ich da bin, werde ich natürlich auch viele Autogramme geben.»

Mit einem kostenlosen Busshuttle können die Besucher zwischen den Veranstaltungsorten pendeln. Aus Sicherheitsgründen sind teils strenge Kontrollen vorgesehen, insbesondere im Kanzleramt.